59 angeblich zerstörte Skulpturen aus Berlin in Moskau entdeckt
Berlin (APA/AFP) - In Moskau sind 59 bisher verloren geglaubte Skulpturen aus Berlin wiedergefunden und identifiziert worden. Die Stiftung P...
Berlin (APA/AFP) - In Moskau sind 59 bisher verloren geglaubte Skulpturen aus Berlin wiedergefunden und identifiziert worden. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht des Senders Deutschlandradio Kultur, verwies aber darauf, dass erste Erkenntnisse bereits im September 2015 auf einer Fachtagung in Berlin vorgestellt wurden.
Die Skulpturen stammen aus der Sammlung des Berliner Kaiser-Friedrich-Museums, des heutigen Bode-Museums. Es handelt sich um Kunstwerke von bedeutenden italienischen Meistern wie Donatello, Lucca della Robbia und Giovanni Pisano.
Die Skulpturen waren während des Zweiten Weltkriegs in den Flakbunker im Berliner Bezirk Friedrichshain ausgelagert worden, der unmittelbar nach Kriegsende vollständig ausbrannte. Nach dem Krieg wurden sie von der Roten Armee nach Moskau abtransportiert.
Derzeit befinden sie sich im Moskauer Puschkin-Museum. Neue Erkenntnisse wurden Anfang Mai von dem Kunsthistoriker Neville Rowley in einem Vortrag in Florenz präsentiert. Rowley kuratiert seit Anfang Februar die Bestände italienischer Kunst vor 1500 der Gemäldegalerie und der Skulpturensammlung der Staatlichen Museen in Berlin.
Die Skulpturen und Fragmente seien im Rahmen einer längerfristigen deutsch-russischen Kooperation „gemeinsam von Kollegen der Skulpturensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin und des Puschkin-Museums Moskau identifiziert worden“, erklärte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz.
Bei dem Symposium in Florenz hätten die Experten aus Moskau und Berlin die aktuellen Zwischenergebnisse gemeinsam vorgestellt. Das deutsch-russische Expertenteam arbeite weiter daran und werde die Ergebnisse gemeinsam veröffentlichen. Die Werke sind zum Teil stark beschädigt, waren im Depot gelagert und Jahrzehnte für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.