Großangriff in allen Bereichen: Google stellt seine Neuheiten vor
Android N, Google Home und Daydream: Google präsentierte auf seiner Entwicklerkonferenz seine Neuheiten, ohne dabei wirklich zu glänzen.
Mountain View – Wenn der IT-Gigant Google ruft, dann hört die Technik-Welt genau zu: Am 18. Mai hielt der Konzern seine alljährliche Entwicklerkonferenz I/O im kalifornischen Mountain View. Unweit der Unternehmens-Hauptzentrale entfernt präsentierte Google-Chef Sundar Pichai alle Neuheiten rund um Android, das smarte Zuhause und das zukunftsträchtige Virtual-Reality-Universum.
Glaubt man den Berichten, dürften sich einige Nutzer allerdings etwas mehr erwartet haben. Denn einen echten Kracher, der auch sofort verfügbar ist, hat der Konzern nicht zu bieten. Der Fokus lag auf Künstlicher Intelligenz, Smart Home, Virtual-Reality und neuen Apps.
„Die wirklichen Neuerungen auf Googles I/O 2016 halten sich in Grenzen“, zeigt sich die Onlineplattform computerbild.de ein wenig enttäuscht. Sei der Suchmaschinenriese sonst für frische Technik-Ideen bekannt, habe es dieses Mal nur wenig echte Neuheiten gegeben. Stattdessen hätte man die Neuvorstellungen in anderer Form schon bei der Konkurrenz gesehen.
Google Home klinge vielversprechend – wenn Datenschützer nicht so genau hinhören. Doch den Siri-Konkurrent für das heimische Wohnzimmer würde es in Form von Amazons Sprachassistentin Alexa und dem smarten Lautsprecher Amazon Echo schon seit mehr als einem Jahr in US-Haushalten geben.
Videotelefonie mit Duo: Da gähnen Apple-Nutzer mit ihrem Facetime. Und auch der Messenger Allo dürfte es schwer haben. Schließlich gibt es mit WhatsApp und dem Facebook-Messenger schon weit verbreitete Alternativen. Enttäuschend sei auch der Virtual Reality-Vorstoß. Statt der im Vorfeld erwarteten Google-Brille stelle man sich mit der „Daydream“-Plattform in die zweite Reihe und lässt die Smartphone-Größen machen. (APA, dpa, tt.com)
Die Highlights in diesem Jahr auf einen Blick:
GOOGLE ASSISTANT: Ein smarter Assistent, mit dem man sich unterhalten kann, soll in Zukunft viel mehr als die klassische Google-Suche bieten. Die Idee ist, dass man jede Frage stellen oder Aufgabe erteilen kann - und mit Hilfe von Spracherkennung und künstlicher Intelligenz kümmert sich Google darum.
GOOGLE HOME:
Der vernetzte Lautsprecher soll den Sprachassistenten ab Herbst in den Haushalt bringen. Geplant ist eine ganze Plattform mit Schnittstellen für Geräte und Dienste anderer Hersteller. Der Lautsprecher muss immer zuhören, damit er keine Aufträge verpasst.
ANDROID N:
Für die nächste Version des dominierenden Smartphone-Systems wurden einige neue Funktionen vorgestellt wie die Möglichkeit, auch auf einem Telefon zwei Apps nebeneinander laufen zu lassen. Für die Auswahl des endgültigen Namen - Google nennt die Android-Versionen traditionell in alphabetischer Reihenfolge nach Süßigkeiten - wurde eine Umfrage gestartet.
INSTANT APPS:
Heute muss man warten, bis sich eine App komplett heruntergeladen hat. Die Idee von Instant Apps ist, die Anwendung in kleine Fragmente zu teilen, damit man schon sofort anfangen kann, sie zu nutzen.
DAYDREAM:
Google will das Zukunftsfeld virtuelle Realität nicht Vorreitern wie Facebooks Oculus oder Samsung überlassen und startet eine eigene Plattform mit dem Namen „Daydream“ (Tagtraum). Das sollte für ein einheitliches Erlebnis auf Smartphones verschiedener Hersteller sorgen. Auch YouTube wurde für VR-Inhalte, mit denen man in virtuelle Welten eintauchen kann, umgebaut.
ALLO:
Google will gegen die Übermacht der Facebook-Dienste WhatsApp und Messenger mit einem eigenen Kurzmitteilungs-Service ankämpfen. Allo soll sich auf Googles künstliche Intelligenz stützen und dem Nutzer selbst passende Antworten sowie Restaurants und Kinofilme vorschlagen, ebenso wie Emojis.
DUO:
Eine Videochat-App, die gegen viele Rivalen wie Apples Facetime, Skype oder ähnliche Funktionen in den Facebook-Diensten antritt.
ANDROID WEAR 2.0:
Google aktualisiert das Betriebssystem für Computer-Uhren auf Android-Basis. Unter anderem wird man Text auch eine über kleine Tastatur oder per Schrifterkennen eingeben können. Außerdem können künftig alle Apps mit einzelnen Funktionen direkt ins Zifferblatt integriert werden.