Bunter Trachtleraufmarsch in Kufstein
Mehr als 2600 Trachtler und Vereinsabordnungen trafen sich am Sonntag zu Feldmesse und Umzug in Kufstein. Landestrachtenverbandsobmann Oswald Gredler forderte mehr Geld für das Ehrenamt ein.
Von Michael Mader
Kufstein –Es war ein gewaltiges Bild, das sich am zweiten Tag des Landestrachtenverbandsfestes in Kufstein bot: Mehr als 2600 Trachtler und Abordnungen von Musikkapellen, Schützen und Traditionsvereinen wohnten der von Stadtpfarrer Thomas Bergner zelebrierten Feldmesse im Kufsteiner Stadtpark bei.
„Ich glaube nicht, dass der Stadtpark schon viel schönere Bilder gesehen hat als heute“, freute sich Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel. Es tue allen gut, gerade in Zeiten wie diesen ein Statement zur Tradition abzugeben. „Ihr seid ein Verein, der einerseits die Tradition so hochhält und andererseits immer vor Ort ist, wenn es darum geht, verbindend zu sein im Rahmen der Integration“, fand Krumschnabel anerkennende Worte für den Trachtenverein D’Koasara.
Landestrachtenverbandsobmann Oswald Gredler dankte dem Trachtenverein D’Koasara, der anlässlich seines 115-jährigen Bestehens das diesjährige Landestrachtenverbandsfest in Kufstein und Ebbs organisierte: „Immer waren es die Trachtler aus Kufstein, die an führender Stelle dabei waren und damit auch Geschichte geschrieben haben.“
Auch heute seien die Mitglieder der D’Koasara in den Gremien des Tiroler Landestrachtenverbandes und des Unterinntaler Trachtenverbandes ehrenamtlich tätig und würden tagtäglich ihr Wissen und Können in diese Wertegemeinschaft einbringen. „Ich weiß, dass sich der Landeshauptmann mit seinem Team täglich und ehrlich bemüht. Aber wir brauchen in Zeiten wie diesen noch mehr Unterstützung für das Ehrenamt von Gesellschaft und Politik“, appellierte Gredler.
Seit der letzten Novellierung des Vereinsgesetzes und der Steuerreform wüssten die Funktionäre, dass diese Unterstützung zum Teil nur Lippenbekenntnisse gewesen waren. Durch solche Vorschriften werde es immer schwieriger, geeignete Leute in den Vereinen und Funktionäre zu finden, und es könne nicht sein, dass ein kleiner Verein ohne Steuerberater in der heutigen Zeit nicht mehr auskomme.
Gredler: „Wir brauchen aber nicht nur die ideelle Hilfe ganz notwendig in Zeiten wie diesen, sondern mehr finanzielle Unterstützung, weil die ganzen Vorschriften und Auflagen und Richtlinien, die einzuhalten sind, auch entsprechend mehr Geld kosten.“
Pünktlich um 11 Uhr – nach den Ansprachen der Ehrengäste – startete dann der farbenprächtige Umzug durch die Kufsteiner Innenstadt. Insgesamt 77 verschiedene Gruppen zogen vom Stadtpark über den Unteren Stadtplatz bis zum Fischergries, wo sie nicht nur von den Hunderten von Zusehern, sondern auch von den Ehrengästen mit viel Applaus bedacht wurden. Den würdigen Ausklang der Feierlichkeiten feierten die Trachtler im Anschluss am Hödnerhof in Ebbs.