Deutscher Finanzminister beklagt hohe Nervosität an Finanzmärkten
Sendai (APA/Reuters/dpa) - Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hat die hohe Nervosität an den Finanzmärkten beklagt. Diese sei grö...
Sendai (APA/Reuters/dpa) - Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hat die hohe Nervosität an den Finanzmärkten beklagt. Diese sei größer, als es von der realen Wirtschaftslage her angemessen wäre, sagte er am Donnerstag im Vorfeld des G-7-Finanzministertreffens im japanischen Sendai.
„Im übrigen wissen Sie, dass ich der Auffassung bin, dass das hohe Maß an Verschuldung und Liquidität eher die Volatilität und damit die Nervosität fördert“, ergänzte er.
Zu Forderungen der japanischen G-7-Präsidentschaft, das Wirtschaftswachstum mit einer expansiven Finanzpolitik und zusätzlichen Schulden anzukurbeln, sagte Schäuble, die G-7-Partner tauschten sich über die „richtigen Rezepte“ aus. „Die sind in jedem Land unterschiedlich.“ Es werde diskutiert werden, was Japan erreicht habe und was noch besser werden könnte. Er werde bei dem Treffen darlegen, was in Europa und Deutschland erreicht worden sei, sagte Schäuble vor den am Freitag beginnenden offiziellen G-7-Gesprächen.
„Ich glaube, die deutsche Finanzpolitik ist ziemlich erfolgreich.“ Es gebe ein stabiles Wirtschaftswachstum, Deutschland sei Wachstumslokomotive in Europa. Auch die Situation auf dem Arbeitsmarkt sei gut, die Inlandsnachfrage sei hoch. Die Investitionen seien deutlich erhöht worden. Es gebe aber eher ein Problem mit dem Abfluss der Mittel, weil die Bürokratie in Deutschland kompliziert sei. „Ich blicke den Beratungen mit viel Freude und Zuversicht entgegen.“
Zu Griechenland äußerte sich der Minister verhalten optimistisch: „Ich bin schon zuversichtlich, dass es dabei bleibt, was ich gesagt habe, dass wir nicht eine neue Krise in und um Griechenland bekommen.“ Er gehe davon aus, dass man am kommenden Dienstag in der Eurogruppe zu einer Einigung kommen werde.