Ortstafelstreit auf Miemingerisch
Die Weilerbezeichnungen sollen bleiben, aber die 100 km/h dazwischen fallen.
Von Thomas Ploder
Mieming –Nicht Zweisprachigkeit, sondern das Festhalten an der Nennung der Ortsteile nährt seit Jahren den Mieminger Ortstafelstreit. Nachdem die Gemeinde am Übergang zwischen Barwies und Obermieming die sichtbehindernden Ortstafeln entfernt hatte, die Bezirkshauptmannschaft daraufhin deren umgehende Wiedererrichtung forderte, nahm die Debatte innerhalb der Plateaugemeinde erneut Fahrt auf.
Ein Experte, der sich mit einem Gesamtkonzept für die Verkehrsentwicklung der Gemeinde beschäftigt, wies nämlich zusätzlich auch auf das erhebliche Gefahrenpotenzial der derzeitigen Situation hin: Die Verbindungsstrecken zwischen den getrennt gekennzeichneten Weilern gelten aktuell als Freilandstraßen. Diese dürfen trotz ihrer Nutzung als Schulwege, durch Fußgänger und Radfahrer im Nahverkehr mit Tempo 100 befahren werden.
Sein Vorschlag, das gesamte Gemeindegebiet großräumig mit „Mieming“ auszuschildern, somit das Tempo auf den dann innerörtlichen Verbindungen automatisch auf 50 km/h zu drücken, die Anzahl der Tafeln zu reduzieren und nicht zuletzt die Gemeinde erstmals nach außen hin eindeutig erkennbar zu machen, wurde nach eingehenden Debatten vom Gemeinderat einstimmig beschlossen. In einem 1700 Euro teuren Gutachten setzt der Verkehrsexperte diese Variante in eine Beschlussvorlage um, die die Gemeinde Mieming bei der Bezirkshauptmannschaft Imst zur Entscheidung einreichen wird.
Benedikt van Staa, einer der deutlichsten Vertreter der Mieminger Fraktionspatrioten, verlangte die Protokollierung der Auflage, dass „die einzelnen Ortsteile auch weiterhin durch geeignete Beschilderungen als solche erkennbar und in ihrer Identität bewahrt bleiben müssen“. Der Gemeinderat folgte diesem Zusatz. Wie die zusätzlichen frei gestaltbaren Schilder aussehen werden, steht derzeit noch nicht fest.