Wahlkampf-News: Musik, Geheimnis und Verschwörung

Wien (APA) - Geheimnis...

Wien (APA) - Geheimnis

ÖVP-Obmann Reinhold Mitterlehner lässt mit Verweis auf das Wahlgeheimnis weiter offen, für welchen Bundespräsidentschaftskandidaten er am Sonntag stimmt. Allerdings gab er in den „Oberösterreichischen Nachrichten“ wohl eine indirekte Empfehlung: „Jeder muss für sich entscheiden, ob er einen unabhängigen Bundespräsidenten wählt oder einen, der ein Amtsverständnis hat, das durchaus auch Parteiinteressen berücksichtigt.“

Aufruf

Das Rechtskomitee Lambda ist zwar überparteilich und überkonfessionell. Für die Stichwahl am Sonntag gibt dessen Präsident Helmut Graupner jedoch zu bedenken: Die Wahl sei eine Entscheidung zwischen Gleichberechtigung und Diskriminierung. So habe sich der frühere Grünen-Chef Alexander Van der Bellen schon vor langer Zeit für die Rechte Homosexueller eingesetzt und sei mittlerweile dem Kuratorium des Rechtskomitees Lambda beigetreten. Der freiheitliche Kandidat Norbert Hofer hingegen sei ein Gegner der Ehegleichheit sowie Verfasser des FPÖ-Programmes zur Abschaffung der Eingetragenen Partnerschaft. Graupner rief auf, diese Positionen zu bedenken und jedenfalls wählen zu gehen.

Musik

Zu einem musikalischen Flashmob für Alexander Van der Bellen rief am Mittwochabend die Gesangskapelle Hermann in Wien auf. In einem Video, das online verbreitet wurde, zeigte sich dann auch eine ganze U-Bahnstation singend. Die Gruppe veröffentlichte bereits den Wahlkampfsong, in dem es etwa heißt: „Entscheid‘ klug, auf dich kommt‘s an, kreuz für den Alexander an.“

Diplomaten

Auch fünf ehemalige diplomatische Vertreter Österreichs, Eva Nowotny, Wolfgang Petritsch, Anton Prohaska, Albert Rohan und Hans Winkler, haben sich in einem Offenen Brief für Van der Bellen ausgesprochen. „Setzen wir bei der Wahl am 22. Mai - trotz aller Probleme - unseren guten internationalen Ruf nicht aufs Spiel“ schrieben die Diplomaten. Vor Hofer warnen sie: „Die Renationalisierung unserer Außenpolitik oder gar das Spiel mit dem EU-Austritt sind fahrlässig und richten sich gegen die Interessen Österreichs.“

Verschwörungstheorie

Die vor dem Wahlkampfstart als FPÖ-Kandidatin gehandelte Ursula Stenzel ortet eine Verschwörung: Auf Facebook ließ sie vergangenen Sonntag wissen, dass sie das Ö3-“Frühstück“ mit Norbert Hofer hört. Allerdings konnte sie in ihrem Hotel in Hofgastein die Frequenz nicht finden und meinte: „Hoffe dass keine Absicht dahinter steckt, Sendung mit Hofer zuzudecken. Das wäre ja wie im Kalten Krieg!“

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Die FPÖ zeigt die Schauspielerin Katharina Stemberger wegen einer Aussage zum Aufruf, den Kandidaten Norbert Hofer als Bundespräsident zu verhindern, an. Stemberger hatte bei der Veranstaltung „Stimmen für Van der Bellen“ am Pfingstmontag erklärt: „Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, nur nicht kriminell werden - also nicht sehr.“ Die Freiheitlichen sehen darin Verhetzung und drohten mit einer Anzeige der Schauspielerin. „Ich vertraue darauf, dass die Justiz nicht am linken Auge blind ist“, so Generalsekretär Herbert Kickl.