Mehr Tierschutz für die Fiakerpferde
Hitzefrei und nur noch jeden zweiten Tag Kutschendienst. Mehr Tierschutz heißt es für Wiens Fiaker. Ob Tirol folgt, ist unklar.
Von Brigitte Warenski
Innsbruck, Wien –Hitzefrei ab 35 Grad gibt es ab heuer für die Wiener Fiakerpferde. Wiens Tierschutzstadträtin Ulli Sima und der Umweltsprecher der Grünen, Rüdiger Maresch, haben ein weiteres Paket zum Wohle der Fiakerpferde in Wien geschnürt. Auch die Arbeitszeiten werden reduziert: Fiakerpferde dürfen nur noch jeden zweiten Tag vor die Kutsche gespannt werden. Zudem muss der Kutscher ein Fahrtenbuch führen und darf nur noch Tiere einsetzen, deren Trainingszustand mit dem Ziehen einer Kutsche vereinbar ist. Ausgearbeitet wurden die Maßnahmen zur Novellierung des Wiener Fiaker- und Pferdemietwagengesetzes mit Pferdeexperten, die Branche zeigt sich verständlicherweise wenig erfreut und fürchtet um ihre Existenz. „Mit dieser Novelle werden deutliche Signale in Richtung verbesserten Tierschutzes für die Fiakerpferde gesetzt“, rechtfertigt Sima die verbesserten Arbeitsbedingungen.
In Tirol gibt es dazu von den Fiakern, die u. a. in Innsbruck und Seefeld im Einsatz sind, keinen Kommentar, ganz einfach weil es keinen Branchensprecher mehr gibt. Gabriel Klammer, zuständig in der Tiroler Wirtschaftskammer für die Sparte Transport und Verkehr und damit auch für das Fiakergewerbe, wird sich die Entwicklung in Wien anschauen, „aber in Tirol ist dieses Thema noch nie an mich herangetragen worden“. Während in Wien und Salzburg ein eigenes Gesetz unter anderem die Arbeitsbedingungen der Tiere regelt, gibt es das in Tirol nicht. In der Tierhaltungsverordnung ist allgemein festgelegt, wie Zug- und Lasttiere eingesetzt werden dürfen. Tierschutzombudsmann Martin Janovsky weiß, „dass die Menschen in Sachen Tierschutz sensibler geworden sind und die Kutschen stehen zudem in der Öffentlichkeit“.
Ob nach Wien auch die anderen Bundesländer bei den Kutschpferden unter Druck geraten, will er nicht von der Hand weisen. „Die Entwicklung wird mit der Wiener Novelle nicht abgeschlossen sein.“