Erste Liga

Die vorletzte Chance, den Finger zu heben

Einer, der mit dem Ball „per Du“ ist – Danijel Micic erhält heute in Klagenfurt noch einmal eine Chance, sich zu beweisen.
© Gepa

Im letzten Auswärtsspiel der Saison spielt der FC Wacker Innsbruck heute (18.30 Uhr) bei der „lizenzlosen“ Austria aus Klagenfurt vor. Coach Klaus Schmidt will im Finish die Kritik ein bisschen verstummen lassen.

Von Alex Gruber

Innsbruck –Während der SKN St. Pölten heute beim Niederösterreich-Derby bei Wiener Neustadt mit einem Punktgewinn endgültig den Deckel auf den Titel in der Sky Go Erste Liga draufmachen will, kämpft der FCW in Klagenfurt ein letztes Mal auf fremdem Geläuf um seine Reputation. Zuletzt kam Kritik am Team wie am Trainer auf.

„Dass das kommt, war mir klar. Ich bin ja kein Frischgefangener in diesem Geschäft und weiß, was passiert, wenn man hinter den Erwartungen bleibt, die wir mit einem überdurchschnittlichen Herbst selbst hochgeschraubt haben“, hielt Wacker-Coach Klaus Schmidt gestern in aller Gelassenheit fest. Nach dem letzten Saisonspiel gegen Wiener Neustadt (25. Mai) werde er mit General Manager Alfred Hörtnagl in eine Art Vier-Augen-Klausur gehen, um den Weg in die Zukunft zu skizzieren. Ängstlich bezüglich der eigenen Zukunft erschien der 48-jährige Steirer am gestrigen Tag in jedem Fall nicht: „Ich hoffe, dass wir mit einem positiven Saisonabschluss die Kritik ein bisschen verstummen lassen können. Wir wollen noch und werden alles daran setzen, um positiv abzuschließen.“

Das wird am heutigen Abend gar nicht so leicht. Denn neben den Ausfällen von Goalie Pascal Grünwald (nach Gürtelrose) und Innenverteidiger Sebastian Siller (Babypause) klafft in der Mittelfeldmitte eine Lücke.

Nach Christoph Freitag (Knöchelprobleme) und Rami Tekir (erkrankt) scheint auch der Einsatz von Jürgen Säumel, der gestern mit einer Gesäßmuskelzerrung vom Trainingsplatz schlich, mehr als nur fraglich. Das Feld ist also für die Vertragslosen frei, sich voll zu entfalten. Neben Armin Hamzic wird Danijel Micic einen Platz in der Zentrale besetzen. „Er will sich zeigen und empfehlen und kann den Unterschied ausmachen“, schaltet Schmidt die Ampel bei Micic auf Grün.

Im Kampf um den Klassenerhalt in der Vorsaison wie auch beim starken Saisonbeginn war die 27-jährige Kreativperle wohl der beste „Zehner“, den die Schwarzgrünen in dieser Saison stellten. Nach einer Hüft-Operation, einer viermonatigen Verletzungspause, einigen Blessuren und der starken Konkurrenz im Mittelfeld kam der „Mico“ im Laufe des Frühjahrs nicht mehr so richtig zum Zug.

„Er war in den ersten vier bis fünf Partien immer einer der Besten in unserem Team. Nach der langen Pause musste er im Winter aufgrund unserer vielen Verletzten wieder rasch in den Wettkampfrhythmus kommen und hatte dann noch andere Probleme. Das war sicher nicht befriedigend für ihn, aber er hat sich immer gestellt“, rührt Schmidt die Werbetrommel für den schweigsamen Spielgestalter: „Er ist nicht der Mann der großen Worte.“ Das letzte Wort, ob Hamzic (der hat in der Bundesliga auch schon ganz ordentlich Rechtsverteidiger gespielt) oder Micic den FC Wacker verlassen muss, scheint noch nicht gesprochen.

Wackers Saisonbilanz gegen Austria Klagenfurt ist mit drei Siegen astrein. Was von der lizenzlosen Wundertüte – Präsident Peter Svetits hat angekündigt, die Klage beim Ständig Neutralen Schiedsgericht heute fristgerecht einzureichen – kommt, bleibt abzuwarten. Vorerst wurden alle Mitarbeiter des Kärntner Klubs gekündigt.