Bildergalerie

Mehr als schöner Schein: Geld aus aller Welt

Der Mann auf der Vorderseite der Banknote des Jahres ist Sir Edmund Hillary, seines Zeichens Erstbesteiger des höchsten Bergs der Welt. 1553 erklomm der Neuseeländer den Mount Everest. Der Pinguin auf dem Polymer-Schein wechselt die Farbe.
© IBNS

Geldscheine sind für die International Bank Note Society mehr als Zahlungsmittel. Sie sind Kunst und Bildungswerkzeug. Jedes Jahr zeichnet die Sammlervereinigung die schönste Banknote aus.

Von Theresa Mair

Memphis — Ein Geldbündel ist wie ein Bildband. Beim alltäglichen Anblick der immer gleichen Euro-Scheine ist man vielleicht noch nicht darauf gekommen. Wenn man sich die Geldscheine der mehr als 160 Währungen dieser Welt anschaut, findet man jedenfalls einen Grund, warum man sich nicht vom Bargeld verabschieden sollte.

Wer sich mehr interessiert und die fremden Scheine unter die Lupe nimmt, kann ganz nebenbei auch noch etwas lernen: Typische Flora und Fauna, berühmte Persönlichkeiten, Monumente und historische Ereignisse sind darauf abgebildet. Die Banknoten-Gesellschaft (International Bank Note Society, IBNS), eine 1961 gegründete Sammler- und Forschervereinigung, würdigt Kreativität bei der Gestaltung der Scheine. Ihre Mitglieder wählen jedes Jahr die schönste Banknote.

Dafür müssen die Kandidaten eine Reihe von Kriterien erfüllen: Der Geldschein muss im aktuellen Wettbewerbsjahr neu erschienen und im Umlauf sein. Das Design und die Sicherheitsmerkmale müssen sich im Vergleich zu vorhergehenden Serien deutlich verändert haben. Kontrast, Balance, Farbgestaltung und künstlerischer Wert werden berücksichtigt. Vor Kurzem wurde der Gewinner 2015 bekannt gegeben: Unter den fast 150 neuen Geldscheinen 2015 waren laut IBNS mehr als drei Dutzend innovativ genug, um ins Rennen zu gehen. Sieger wurde Neuseelands 5-Dollar-Schein. Die Nominierung für 2016 läuft bis zum 31. Jänner 2017.

Der Pinguin findet sich auch auf der Rückseite des Geldscheins wiederfindet: Es ist ein seltener Hoiho, der nur im Land der Kiwis vorkommt. Der 5-Dollar-Schein entspricht dem Wert von etwa drei Euro. Neuseeländisches Geld wird übrigens in Kanada gedruckt.
© IBNS

Gewinner 2015: Fünf Dollar zu Ehren eines neuseeländischen Bergsteigers. Der Mann auf der Vorderseite der Banknote des Jahres ist Sir Edmund Hillary, Erstbesteiger des höchsten Bergs der Welt. 1553 erklomm der Neuseeländer den Mount Everest. Der abgebildete Berg im Hintergrund ist allerdings der Mount Cook (Aoraki) auf der Südinsel Neuseelands. Der Pinguin auf dem Polymer-Schein wechselt die Farbe. Dabei handelt es sich um einen besonderen Vogel, der sich auch auf der Rückseite des Geldscheins wiederfindet: Es ist ein seltener Hoiho, der nur im Land der Kiwis vorkommt. Der 5-Dollar-Schein entspricht dem Wert von etwa drei Euro. Neuseeländisches Geld wird übrigens in Kanada gedruckt.
Rückseite des neuseeländischen 5-Dollar-Scheins.
2014: Der Gewinner trägt Gold
„Beeindruckendes Design“ attestierten die IBNS-Mitglieder dem goldfarbenen 50er aus Trinidad und Tobago. Grund für den Prunk war das „Goldene Jubiläum“ (50 Jahre) der Zentralbank auf der Karibikinsel. Der 50-Dollar-Schein mit Hibiskus und Rothaubenkardinal entspricht 7 Euro.
Die Rückseite des 50-Dollar-Scheins aus Trinidad Tobago zeigt erneut den Rothaubenkardinal sowie eine Karnevalstänzerin.
2013: Kasachischer Hattrick
Warme Gelb-, Braun- und Goldtöne, die Abbildung des Kultegin-Monuments – eine Hommage an die Runenschrift der Turkvölker – sowie der Kazak-Eli-Statue machten den kasachischen 1000-Tenge-Schein zum Sieger der IBNS-Abstimmung. 1000 Tenge sind rund 3 Euro.
Die Rückseite der Sieger-Banknote 2013 aus Kasachstan.
2012: Mit 5000 Tenge zum Sieg
Wiederum mit dem Kazak-Eli-Monument mit fliegenden Tauben und Panther – diesmal in Rot- und Orangetönen – überzeugte Kasachstan die IBNS. Auf der Rückseite ist die kasachische Landkarte mit der Unabhängigkeitsstatue in der früheren Hauptstadt Almaty zu sehen.
Gewinner 2012: Die Rückseite des 5000-Tenge-Geldscheins aus Kasachstan.
2011: Auftakt der Kasachen
Das Kazak-Eli-Denkmal (Menschen von Kasachstan) ist 91 Meter hoch und steht am Unabhängigkeitsplatz der Hauptstadt Astana. Darauf thront der mythische Vogel Samruk. Der Sieger-Schein wurde von der „De La Rue of England“-Bank und der kasachischen Nationalbank designt.
Erster von drei aufeinanderfolgenden Siegen: Die Rückseite des kasachischen 1000-Tenge-Scheins 2011.
2010: Beliebt dank eines Affen. Die Oberhäupter des Commonwealth kamen 2007 zu einem Regierungstreffen in Uganda zusammen. Daran erinnert das „Stride Monument“ auf der Vorderseite der 50.000-Schilling-Note.
Eher zum Sieger 2010 machte die Banknote aus Uganda aber der Silberrücken-Berggorilla auf der Rückseite. Die IBNS-Mitglieder waren begeistert.
2009: Suchbild zum Verweilen
Ein Rotkehl-Hüttensänger (Bluebird) hat es auf den 2-Dollar-Schein der Bermuda-Inseln geschafft, ebenso der Kopf von Queen Elizabeth II. und noch vieles mehr. Die IBNS fand auf dem Schein attraktive historische und Naturdenkmale sowie eine attraktive Farbkombination.
Die Rückseite des 2-Dollars-Scheins von den Bermuda-Inseln erzeugt Urlaubsgefühl. 2009 wurde der Schein von der IBNS zum Schönsten gekürt.
2008: Blickfang aus Samoa
Knallgelb und neue Sicherheitsmerkmale: Das machte für die IBNS den 20-Tala-Schein von den Samoa-Inseln im Pazifik aus. Punkten konnten die Insulaner auch mit der Darstellung eines der schönsten Wasserfälle des Landes. 20 Tala entsprechen derzeit knapp sieben Euro.
Die Rückseite des Geldscheins von den Samoa-Inseln. Sieger 2008.
Sir Walter Scott war ein schottischer Dichter und ist kein Unbekannter auf Pfundnoten. Im Hintergrund ist die Bank of Scotland in Edinburgh zu sehen.
Auf der Rückseite des schottischen 20ers ist das Falkirk Wheel, ein Schiffshebewerk und architektonische Landmark zu bewundern.
2006: Geld ist auch Poesie - Verse sind oft auf den Geldscheinen des Komorenarchipels zu lesen. Jene auf dem 1000-Franc-Schein stammen vom Polizisten Mab Elhad. Zudem ist darauf ein prähistorischer Quastenfisch zu bewundern, der vor einigen Jahren auf den Komoren wiederentdeckt worden ist.
Rückseite des Gewinners: Der 1000-Franc-Schein von den Komoren (Archipel im indischen Ozean).