Auer beflügelt von Verstappen und dem Heim-Auftritt
Das DTM-Gastspiel auf dem Red Bull Ring am Wochenende soll Tirols Motorsport-Aushängeschild Lucas Auer alles, nur nicht einbremsen.
Von Daniel Suckert
Spielberg – Druck verspürt Lucas Auer keinen. Zumindest keinen größeren als sonst, wenn der Kufsteiner beim Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) seine Runden im pinken Boliden dreht. Auch, wenn der 21-Jährige ab morgen am heimatlichen Red Bull Ring im Scheinwerferlicht stehen wird. „Natürlich ist man gerne zu Hause, aber das spielt keine erdrückende Rolle. Dazu ist man als Pilot einfach zu routiniert und abgeklärt. Die Strecke liegt mir gut“, gibt Auer Einblicke in seine Gedankenwelt.
Da beflügelt den Neffen von Formel-1-Legende Gerhard Berger schon mehr die Tatsache, dass er im Vorjahr am Red Bull Ring sein bestes Ergebnis (6. Platz) ins Ziel brachte. Zu einer vollmundigen Ankündigung lässt sich der Mercedes-Pilot jedoch nicht hinreißen: „Da kannst du dir nur die Zunge verbrennen. Sagen wir es so, ein Highlight wird möglich sein“, gibt er mit einem Schmunzler auf den Lippen zu Protokoll.
Die Zuversicht hat auch der erste Saisonauftritt am Hockenheimring genährt. Da trieb zwar der Defektteufel sein Unwesen, „grundsätzlich hat der Speed aber gepasst. Und das ist ganz entscheidend“, begründet Auer.
Dass zudem mit dem Schotten Paul di Resta ein Pilot mit dem Mercedes-Stern auf der Brust in der Gesamtwertung führt, trägt das Seinige dazu bei. Auer: „Unser Auto ist mehr als konkurrenzfähig. Jetzt liegt es an uns, etwas daraus zu machen.“
Wenn der Tiroler über die Strecke in der Steiermark spricht, hört man nur Gutes. Verständlich – schließlich konnte er ja schon in seinen Formel-3-Zeiten dort überzeugen. Der neue Asphalt könnte für alle drei Hersteller (Mercedes, Audi, BMW) interessant werden – wer die richtige Linie und in Sachen Setup das richtige „Naserl“ beweist, wird aber auch damit keine Probleme haben.
Ins Schwärmen gerät der heimische Motorsportler auch, wenn es um Formel-1-Überflieger Max Verstappen geht. Den Niederländer kennt er seit der gemeinsamen Zeit in der Formel 3 – dem Husarenritt des Sohnes von Jos Verstappen in Spanien zollt Auer großen Respekt. „Das Rennen war unglaublich spannend. Und wenn ich mir vorstelle, ein Kimi Räikkönen (Ferrari, Anm.) sitzt dir im Nacken, da kann ich mir auch Leichteres vorstellen.“
Nichtsdestotrotz war es für den Unterländer wenig überraschend, was Verstappen abgeliefert hat. Auer: „Natürlich war auch etwas Glück dabei, aber das braucht man immer. Seine Qualitäten sind unbestritten. Ich habe mich riesig für Max Verstappen gefreut. Man kann nur den Hut vor ihm ziehen.“
Freunde und Familie haben sich für Spielberg schon angekündigt, viel Zeit wird Auer aber nicht haben. Er sei schon ordentlich eingeteilt, erst wenn am Sonntag das zweite Rennen vorbei sei, würde der Zeitplan lockerer werden. „Trotzdem werde ich versuchen, jede Minute davon zu genießen“, hofft Auer.