Egyptair - Minister: Eher Anschlag als Technik-Defekt

Kairo/Athen/Paris (APA/AFP/dpa) - Der Absturz der Egyptair-Maschine über dem Mittelmeer ist nach Einschätzung des ägyptischen Luftfahrtminis...

Kairo/Athen/Paris (APA/AFP/dpa) - Der Absturz der Egyptair-Maschine über dem Mittelmeer ist nach Einschätzung des ägyptischen Luftfahrtministeriums eher durch einen Anschlag als durch einen technischen Defekt verursacht worden. Er wolle nicht spekulieren, doch sei bei einer genauen Analyse des Vorfalls die Wahrscheinlichkeit eines „Terrorangriffs“ höher als die eines technischen Versagens, sagte Luftfahrtminister Scherif Fathy.

Ähnlich äußerte sich der Chef des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB. „Allem Anschein nach ist es ein Terrorakt, bei dem 66 Bürger verschiedener Staaten umgekommen sind“, sagte Alexander Bortnikow am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge. Details nannte er nicht. „Wir rufen alle auf, einschließlich der Partner aus Europa, gemeinsam jene Personen aufzuspüren, die an diesem terroristischen Akt beteiligt sind“, sagte Bortnikow bei einem Besuch in der weißrussischen Hauptstadt Minsk.

Das griechische Militär teilte unterdessen mit, dass Anzeichen für Wrackteile vor der griechischen Insel Kreta entdeckt worden seien. „Es gab Funde südöstlich von Kreta“, sagte Armeesprecher Vassilis Beletsiotis. Eine ägyptische Maschine habe die an der Meeresoberfläche treibenden Gegenstände entdeckt, danach seien Schiffe des Suchtrupps an die Stelle geschickt worden.

Das Egyptair-Flugzeug war in der Nacht auf Donnerstag auf dem Weg von Paris nach Kairo mit 66 Insassen über dem Mittelmeer abgestürzt. An Bord waren außer der Besatzung und Sicherheitsoffizieren 30 ägyptische Passagiere, 15 Franzosen sowie unter anderem Bürger aus Großbritannien, Kanada und dem Irak.

Als Flug MS804 um 3.29 Uhr Ortszeit (2.29 Uhr MESZ) vom Radar der griechischen Behörden verschwand, befand sich die Maschine nach Angaben der griechischen Behörde für Zivilluftfahrt bereits im ägyptischen Luftraum. Etwa 240 Kilometer von der Insel Karpathos entfernt sei das Flugzeug vom Typ Airbus A320 ins Meer gestürzt. Unmittelbar zuvor hatte nach Angaben der griechischen Regierung das Flugzeug in kurzer Folge zwei heftige Drehungen vollzogen.

Vor mehr als einem halben Jahr war eine A321-Maschine kurz nach dem Start im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich auf dem Weg nach St. Petersburg abgestürzt. Alle 224 Insassen, zumeist russische Urlauber, starben damals. Ermittler gehen davon aus, dass die Maschine von einer Bombe auseinandergerissen wurde. Die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) erklärte anschließend, den Airbus zum Absturz gebracht zu haben.

((Überblick))