Haftstrafen für Mitglieder der Islamistenzelle von Verviers gefordert

Brüssel (APA/AFP) - Die belgische Staatsanwaltschaft hat Haftstrafen zwischen zehn und 18 Jahren für vier mutmaßliche Mitglieder der zerschl...

Brüssel (APA/AFP) - Die belgische Staatsanwaltschaft hat Haftstrafen zwischen zehn und 18 Jahren für vier mutmaßliche Mitglieder der zerschlagenen Islamistenzelle von Verviers gefordert. Ihre Taten sollten außerdem als „Mordversuche mit terroristischem Hintergrund“ eingestuft werden, beantragte Staatsanwalt Bernard Michel am Donnerstag vor Gericht in Brüssel.

Anlass für diese Forderung ist die Auffassung der Staatsanwaltschaft, dass Abdelhamid Abaaoud der mutmaßliche Kopf der Islamistenzelle von Verviers gewesen sein soll. Abaaoud gilt auch als Drahtzieher der Anschläge von Paris, bei dem im November 130 Menschen getötet worden waren.

Abaaoud soll der Gruppe in Verviers Anweisungen von Griechenland aus gegeben haben. Er wurde kurz nach den Anschlägen von Paris in der Nähe der französischen Hauptstadt bei einem Polizeieinsatz erschossen.

Die Verviers-Zelle wurde Mitte Jänner des vergangenen Jahres bei einer Razzia in der ostbelgischen Stadt Verviers zerschlagen. Die Zelle soll Anschläge auf Sicherheitskräfte geplant und dafür Anweisungen von der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) erhalten haben. Derzeit stehen sieben mutmaßliche Jihadisten vor Gericht. Gegen neun weitere flüchtige Verdächtige wird in Abwesenheit verhandelt. Sie werden mit internationalem Haftbefehl gesucht.