„Moment des Nachdenkens“: Erster Weltgipfel zur humanitären Hilfe

Istanbul (APA/dpa) - Die Vereinten Nationen sehen die Flüchtlingskrise als „größte humanitäre Krise“ der letzten Jahrzehnte an. Deswegen hab...

Istanbul (APA/dpa) - Die Vereinten Nationen sehen die Flüchtlingskrise als „größte humanitäre Krise“ der letzten Jahrzehnte an. Deswegen haben sie erstmals einen Welt-Nothilfegipfel einberufen. Der soll am Montag in Istanbul starten - aber erstmal nur ein Anfang sein.

Die Vereinten Nationen haben die Flüchtlingskrise zur Chefsache erklärt. „Wir erleben derzeit die größte humanitäre Krise unserer Lebenszeit“, heißt es aus New York. „Der Welt-Nothilfegipfel ist unsere Chance, sie zu beenden.“ Von Montag an soll auf dem hochkarätigen Treffen in Istanbul zwei Tage lang über mögliche Lösungen für die Krise beraten werden. Ein Überblick über das weltweit erste Treffen dieser Art:

Was ist das Ziel des UN-Nothilfegipfels?

Die Vereinten Nationen haben die Messlatte für den Gipfel sehr hoch gelegt. Drei Jahre lang wurde das Treffen vorbereitet, nun solle es nicht weniger als eine „für diese Generation einmalige“ Veranstaltung werden, sagt John Ging, Manager bei der UN-Nothilfebehörde. Das Ganze sei ein „Moment des Nachdenkens“. Es sollten Möglichkeiten gefunden werden, humanitäres Leid zu „verhindern und zu verringern“.

Wer ist alles dabei?

Den UN zufolge wollen insgesamt 5.000 Teilnehmer kommen, darunter Vertreter von Hilfsorganisationen, Unternehmen und Betroffene. Auch mehr als 90 Staats- und Regierungschefs reisen an - und natürlich UN-Chef Ban Ki-moon. Die österreichische Teilnahme ist noch offen.

Wie läuft das Treffen ab?

Das zweitägige Programm ist vollgepackt mit Reden und Diskussionen. Dazu gibt es am Rand auch noch einige kulturelle Veranstaltungen.

Was soll dabei herauskommen?

Ein rechtlich bindendes Dokument wird es wohl nicht geben. Aber in gleich drei verschiedenen Papieren, eines davon von UN-Chef Ban, sollen die Ergebnisse des Gipfels zusammengefasst werden und dann als Grundlage für das weitere Vorgehen dienen.

Wie geht es danach weiter?

Die Vereinten Nationen betonen, der Gipfel sei „nicht das Ende eines Prozesses, sondern eher der Anfang“. Die Ergebnisse des Treffens sollen als Grundlage dienen und vertieft werden, zum Beispiel bei einem hochrangigen Treffen zur Flüchtlingskrise im September in New York.

~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA037 2016-05-20/07:31