UniCredit-Chefwechsel schon am 9. Juni - Medien
Mailand (APA) - Bei der Bank-Austria-Mutter UniCredit könnte es schon am 9. Juni zu einem Chefwechsel kommen. An diesem Tag tagt der Aufsich...
Mailand (APA) - Bei der Bank-Austria-Mutter UniCredit könnte es schon am 9. Juni zu einem Chefwechsel kommen. An diesem Tag tagt der Aufsichtsrat, der einen Nachfolger für CEO Federico Ghizzoni ernennen könnte, berichtete die römische Tageszeitung „La Repubblica“ am Freitag. Auch eine Umbildung des gesamten Boards sei möglich, berichtete das Blatt.
Laut der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ könnte der wegen der schwachen Performance der UniCredit-Aktie unter Druck geratene Ghizzoni schon nächste Woche das Handtuch werfen. Eine Beratungsgesellschaft soll bei einer am kommenden Dienstag einberufenen Boardsitzung mit der Suche nach einem neuen Chef beauftragt werden.
Mehrere Kandidaten wurden als mögliche Nachfolger Ghizzonis genannt. Einige von ihnen, wie der Chef des Versicherers UnipolSai Carlo Cimbri, und der Banker Pietro Modiano, Verwaltungsratspräsident der Betreibergesellschaft der Mailänder Flughäfen SEA, erklärten, sie seien an den UniCredit-Chefposten nicht interessiert.
Auch der Schweizer UBS-Chef und ehemalige UniCredit-Investmentbanking-Chef Sergio Ermotti dementierte ein Interesse für Ghizzonis Nachfolge. „Es tut mir leid, dass das Projekt an dem ich und (Ghizzonis Vorgänger) Alessandro Profumo gearbeitet hatten - eine italienische Bank mit starker europäischer Relevanz - sich nicht wirklich ganz konkretisiert hat“, so Ermotti im Interview mit der Tageszeitung „La Stampa“.
Der Vizepräsident der Bank Luca, Cordero di Montezemolo, der als Vertreter des Staatsfonds von Abu Dhabi, Aabar, im UniCredit-Aufsichtsrat sitzt, klagte über die kursierenden Gerüchte über den Chefwechsel. „All diese Indiskretionen tun der Bank nicht gut“, kommentierte der Manager.
Eine Kapitalaufstockung im Wert von 5 bis 7 Milliarden Euro zur Stärkung der Kapitaldecke wird bei UniCredit nicht ausgeschlossen. Indiskretionen zufolge könnte sich die Bank-Austria-Mutter auch von Anteilen am Online-Wertpapierhändler FinecoBank sowie an dem türkischen Institut Yapi Kredi und der polnischen Bank Pekao trennen.
Die Gerüchte über einen baldigen Chefwechsel beflügelten die UniCredit-Akie in Mailand, die am Freitagvormittag um sechs Prozent zulegte. FinecoBank meldete dagegen einen Rückgang von 2,2 Prozent.
~ ISIN IT0004781412 WEB https://www.unicreditgroup.eu ~ APA226 2016-05-20/11:40