Kontrollbankchefin an Politik: Börse ist nicht pfui

Wien (APA) - Angelika Sommer-Hemetsberger, Co-Chefin der Osterreichischen Kontrollbank (OeKB), wünscht sich von der neuen Regierung, mehr fü...

Wien (APA) - Angelika Sommer-Hemetsberger, Co-Chefin der Osterreichischen Kontrollbank (OeKB), wünscht sich von der neuen Regierung, mehr für den heimischen Kapitalmarkt zu tun. „Börse ist nicht pfui“, sagte sie am Freitag.

Die Börse sei genauso ein Finanzierungsweg wie Bankkredite. Man solle vor allem kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern. „Bei den ganzen Regulierungen habe ich das Gefühl, wir schütten das Kind mit dem Bade aus“, so Sommer-Hemetsberger im Klub der Wirtschaftspublizisten. Für Firmen, die nur fünf bis zehn Mio. Euro bräuchten, seien die Transparenzvorschriften eine „riesengroße Hürde“. So manche rechtliche Hemmnisse im Dritten Markt gehörten abgebaut.

Dem Thema Crowdfunding, also der Finanzierung über viele Kleinstanleger, steht Sommer-Hemetsberger grundsätzlich positiv gegenüber. Die Kontrollbank ist in diesem Bereich aber nicht engagiert. „Ich habe Crowdfunding einmal als Kindergarten bezeichnet. Dort kann man Erfahrung sammeln, um später auf den Kapitalmarkt zu gehen.“ Aber: Den Investoren müsse bewusst sein, dass die Schwarmfinanzierung mit Risiko verbunden ist.

In puncto Risikokapital in Österreich teilt Sommer-Hemetsberger die Kritik der Start-up-Branche. In der Anfangsphase bekämen junge Unternehmen mit innovativen Ideen durchaus Geld, es fehle aber an Anschlussfinanzierungsmöglichkeiten. „Bis ich als Unternehmen von der Bonität her so gefestigt bin, dass ich einen Bankkredit kriege, gibt es einen Gap. Genau in dieser Phase bräuchte man mehr Venture Capital.“ Die Banken, so Sommer-Hemetsberger, tun sich wegen der strengen regulatorischen Anforderungen schwer mit Risikofinanzierungen.

~ WEB http://www.oekb.at ~ APA286 2016-05-20/12:40