Schwierige Suche nach Fachkräften für Burgenlands Industrie
Eisenstadt (APA) - Die Suche nach Fachkräften am burgenländischen Arbeitsmarkt gestaltet sich für Industriebetriebe schwierig: Eine Umfrage ...
Eisenstadt (APA) - Die Suche nach Fachkräften am burgenländischen Arbeitsmarkt gestaltet sich für Industriebetriebe schwierig: Eine Umfrage von Industriellenvereinigung Burgenland und S ergab 36 offene Stellen, denen zwar 156 arbeitslose Personen gegenüberstehen. Jedoch: „Das Matching mit den Arbeitslosen, die vorhanden sind, ist nahezu unmöglich“, sagte IV-Burgenland-Geschäftsführerin Ingrid Puschautz-Meidl.
Fehlen würden vor allem Techniker sowie Leute in der Produktion, im IT-Bereich und im Vertrieb, erläuterte Puschautz-Meidl am Freitag in Eisenstadt. Als Zusatzqualifikationen unbedingt gefragt seien kompetenter Umgang mit EDV, Englisch-Kenntnisse auf Konversationsniveau, erhöhte Reisebereitschaft und Jobpraxis.
„Die Industrie sucht händeringend nach Technikern“, sagte Puschautz-Meidl. Der wichtigste Ansatz für eine Lösung liege aus Sicht der IV bei der Berufsorientierung in den Schulen. „Wenn dort die Vielfalt der Berufe vorgestellt würde und die großen Chancen in den technischen Berufen vermittelt würden, hätten wir mehr Zulauf und mehr Begeisterung für alle MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, Anm.).“
Drei Viertel der insgesamt 79 angeschriebenen Industriebetriebe suchten Personal, so AMS-Landesgeschäftsführerin Helene Sengstbratl. Der Begriff „Facharbeitermangel“ allein beschreibe die Situation nicht: „Es wird nach Fachkräften gesucht auf allen Ausbildungsniveaus.“
Für 19 Prozent der offenen Stellen werden beispielsweise Bewerber mit FH- oder Universitätsabschluss gesucht, für weitere 25 Prozent HTL-Absolventen, für 17 Prozent suche man Personen mit Lehrabschluss. Hinsichtlich der von Betrieben gewünschten Zusatzqualifikationen wie Fremdsprachen und Reisebereitschaft täten sich manche Jobsuchende schwer, berichtete Sengstbratl.
Im schulischen Bereich liege die Lösung darin, die MINT-Fächer zu fördern, meinte Puschautz-Meidl. Darum werde man in Zukunft nicht herumkommen: „Es interessieren sich zu wenig junge Leute für genau die Berufe, die wir eigentlich brauchen.“
Wenn sich für Stellen keine inländischen Mitarbeiter fänden, werde auch im Ausland gesucht. Die IV drängt in dem Zusammenhang auf Änderungen bei der Rot-Weiß-Rot-Card. Beispielsweise sollte die derzeit festgelegte Einkommenshöhe etwas niederschwelliger angesetzt werden, so die IV-Geschäftsführerin.
~ WEB http://www.ams.at
http://www.iv-net.at/ ~ APA301 2016-05-20/12:58