Mann wegen Schlepperei 2 - Zeugen: Angeklagter bot Schleppungen an

Innsbruck (APA) - Im Prozess gegen einen 27-jährigen Pakistaner sagten mehrere Zeugen vor Gericht, dass der Angeklagte über Telefonate in se...

Innsbruck (APA) - Im Prozess gegen einen 27-jährigen Pakistaner sagten mehrere Zeugen vor Gericht, dass der Angeklagte über Telefonate in seinem Heimatdorf in Pakistan Schleppungen organisiert habe. Auch während der Schleppung hätten sie ständig telefonischen Kontakt mit dem 27-Jährigen gehabt, schilderten die Zeugen, die alle durch den Beschuldigten nach Österreich gelangt waren.

„Ich habe das Geld an den Vater des Angeklagten gezahlt“, meinte einer der Zeugen. Er wisse nicht, wie viel der 27-Jährige für die Schleppergeschäfte bekommen habe, er habe aber jedenfalls sehr gut daran verdient. So kostete eine Schleppung von Pakistan nach Österreich rund 5.000 bis 8.000 Euro. „Er hat mehrere Häuser und Grundstücke in Pakistan. Er lebt in einem Palast“, sagte der Zeuge über den Angeklagten.

„Es handelt sich bei diesem Fall um einen der größten Schlepperakte in Innsbruck“, meinte die Staatsanwältin in ihrem Schlussplädoyer. Der Beschuldigte sei nicht nur ein kleines Rädchen gewesen. „Der Angeklagte war groß im Geschäft und hat gutes Geld mit der Schlepperei verdient“, fügte sie hinzu.

Der 27-Jährige meinte in seinem Schlusswort, dass er nicht gewusst habe, dass es illegal sei, Schleppungen zu organisieren. Er habe das österreichische Staatsgebiet ja nie verlassen, beteuerte er. „Ich bitte um Verzeihung und um eine zweite Chance“, sagte der Pakistaner. Gegen Mittag zogen sich die Schöffen zur Beratung zurück.