Landespolitik

Zwei Dörfer und ein Ziel bei Asyl: Solidarität

Florian Stolz (Tiroler Soziale Dienste), BM Josef Kofler (Sistrans) und BM Hannes Strobl (Aldrans, v. l.) stellten sich den Publikumsfragen.
© Schnabl

Im Juli soll die Flüchtlingsunterkunft von Sis-trans und Aldrans bezugsfertig sein. Bedenken werden ernst genommen, offen wird infor-miert, aber auch an die Solidarität appelliert.

Sistrans –Von den Verantwortlichen der Gemeinden Aldrans und Sistrans seit Monaten gut vorbereitet und von den Vertretern der Tiroler Sozialen Dienste (TSD) kompetent informiert, wurde die Info-Veranstaltung über die Flüchtlingsunterkunft für 36 Asylwerber an der Gemeindegrenze von Aldrans und Sistrans ihrem Namen gerecht. „Wir müssen jetzt zusammenhalten und können uns nicht hinter den Aufgaben verstecken“, betonte der Sistranser Bürgermeister Josef Kofler. Für seinen Aldranser Kollegen Hannes Strobl werden beide Gemeinden die Herausforderung meistern. Das Interesse am Quartier auf dem Areal des Unternehmerzentrums, rund 300 Meter östlich des „Hackhofs“, ist groß: Mehr als 200 Besucher folgten der Einladung in den Sistranser Gemeindesaal. Manche, um Fragen zu stellen, andere, um Skepsis oder Unmut zu äußern. Themen wie Integration, Freiwilligenengagement und Sicherheit wurden ebenso diskutiert wie bauliche Aspekte. Kofler und Strobl wollen die Bevölkerung einbinden, Ängste abbauen und auf Kritikpunkte reagieren.

Der Architekt Georg Wieland präsentierte detaillierte Pläne des Holzgebäudes mit einer Gesamtnutzfläche von rund 450 Quadratmetern. Auf zwei Etagen werden in Zweier- und Dreier-Zimmern insgesamt 36 Personen wohnen. Zusätzlich wird es ein Büro, einen Kursraum für den Deutschunterricht, einen Aufenthaltsbereich mit Küche und eine Außenanlage mit Spielplatz und Nutzgarten geben. Die Errichtungskosten von rund 600.000 Euro trägt das Land.

Befürchtungen aus dem Publikum, dass in der Unterkunft mehr als die 36 angekündigten Asylwerber untergebracht werden könnten, wischte TSD-Sprecher Georg Mackner vom Tisch: „Die Zahl 36 ist fix mit den Bürgermeistern vereinbart und dabei wird es auch bleiben.“ Dass noch nicht klar ist, wer genau ab Juli in das Quartier einzieht – die Gemeinden wünschen sich Familien –, sorgte für Unmut. „Ich würde es gerne sagen, wir wissen es aber einfach noch nicht“, erklärte Mackner – man bemühe sich um Familien, könne aber nichts versprechen.

Insgesamt ist das Gebäude auf fünf Jahre genehmigt, die Bewohner werden jeweils für die Dauer ihres Asylverfahrens untergebracht. Ziehen Kinder in das Quartier ein, „werden sie auf die Schulen und Kindergärten der beteiligten Gemeinden aufgeteilt“, so Bürgermeister Kofler. (mxs)

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