UNO-Tribunal

Ex-Serbenführer Karadzic fordert 90 zusätzliche Tage für Berufung

Radovan Karadzic kurz vor seiner Verurteilung durch das UNO-Kriegsverbrechertribunal.
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Der wegen des Völkermordes in Srebrenica und anderer Kriegsverbrechen zu einer 40-jährigen Haftstrafe verurteilte einstige bosnisch-serbisch...

Der wegen des Völkermordes in Srebrenica und anderer Kriegsverbrechen zu einer 40-jährigen Haftstrafe verurteilte einstige bosnisch-serbische Präsident Radovan Karadzic will mehr Zeit für die Berufung. In einem Antrag an den Nachfolge-Mechanismus des UNO-Tribunals für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien verlangt Karadzic nun eine Fristverlängerung um 90 Tage.

Die Frist, in welcher Karadzic seine Berufung einreichen sollte, läuft am 22. Juni ab. Angesichts der nicht adäquaten Ressourcen wäre es unmöglich, eine sinnvolle Berufung bis zum 22. Juni einzureichen, hieß es laut Medienberichten in dem von den Anwälten Karadzics eingereichten Antrag.

Das UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien (ICTY) hatte am 24. März sein Urteil für Karadzic in erster Instanz verkündet. Dieses soll laut Belgrader Medienberichten auf mehr als 2.000 Seiten verfasst sein. Karadzic war nach mehrjähriger Flucht 2008 in Belgrad festgenommen und an das Haager Tribunal überstellt worden