S&P droht Bayer wegen geplantem Monsanto-Deal mit Herabstufung
Leverkusen/St. Louis (APA/Reuters) - Die Ratingagentur Standard and Poor‘s (S&P) sieht die milliardenschweren Übernahmepläne von Bayer für d...
Leverkusen/St. Louis (APA/Reuters) - Die Ratingagentur Standard and Poor‘s (S&P) sieht die milliardenschweren Übernahmepläne von Bayer für den US-Saatgutriesen Monsanto kritisch. S&P setzte den Pharma- und Chemiekonzern am Freitag auf die Liste für eine beschleunigte Prüfung auf eine Herabstufung („Credit Watch Negative“).
Sollte S&P die Bewertung der Kreditwürdigkeit senken, würde sich die Bonitätsnote wahrscheinlich um höchstens zwei Stufen verschlechtern, erklärte die Ratingagentur.
Bayer hatte am Donnerstag bestätigt, mit Monsanto über eine Übernahme zu sprechen. Die Amerikaner, Entwickler des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat, werden an der Börse mit gut 42 Mrd. Dollar (37,5 Mrd. Euro) bewertet. Bayer bringt rund das Doppelte in Euro auf die Waage. Für Bayer wäre es die mit Abstand größte Akquisition in der Firmengeschichte seit dem Kauf des Pharmakonzerns Schering um 17 Mrd. Euro vor zehn Jahren.
Für seine Übernahmepläne für den US-Saatgutriesen Monsanto muss Bayer auch Kritik von wichtigen Investoren einstecken. „Der Aufsichtsrat sollte die Position des CEO überdenken“, erklärte Fondsmanager John Bennett von Henderson Global Investors am Donnerstag. Der neue Vorstandschef Werner Baumann habe seinen Posten erst wenige Woche inne und habe nun einen sofortigen Wertverlust der Aktie zu verantworten. „Die ausgezeichnete Arbeit seines Vorgängers wurde in Stücke gerissen“, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme an Reuters. „Ich bin wütend, dass das Unternehmen es abgelehnt hat, sich mit uns darüber auszutauschen.“ Die britische Fondsgesellschaft ist Reuters-Daten zufolge der 15-größte Anteilseigner von Bayer.
Auch die deutsche Fondsgesellschaft Union Investment, zwölftgrößter Investor bei Bayer, beurteilt das Vorhaben kritisch. „Ich bin skeptisch. Strategisch wäre es sicherlich sinnvoll, weil Monsanto stark im Saatgutbereich ist, wo Bayer sicher gerne zugekauft hätte“, sagte Fondsmanager Markus Manns. Der große Nachteil sei aber die Größe des Deals. Nach seiner Einschätzung wäre es besser, wenn die Leverkusener noch etwas Spielraum für die ein oder andere ergänzende Übernahme im Pharmabereich hätten. „Nach einem Monsanto-Deal wäre es weitgehend ausgeschlossen, dass Bayer über die nächsten zwei bis drei Jahre die finanzielle Flexibilität für Zukäufe im Pharmabereich behält“, sagte Manns.
~ ISIN DE000BAY0017 WEB http://www.monsanto.com/
http://www.bayer.de/ ~ APA505 2016-05-20/18:21