Rauchalarm in EgyptAir-Maschine kurz vor dem Absturz

Kairo/Paris/Athen (APA/AFP/Reuters/dpa) - Nach dem Absturz der Egyptair-Maschine über dem Mittelmeer gibt es einen neuen Hinweis zur Absturz...

Kairo/Paris/Athen (APA/AFP/Reuters/dpa) - Nach dem Absturz der Egyptair-Maschine über dem Mittelmeer gibt es einen neuen Hinweis zur Absturzursache. Wenige Minuten vor dem Absturz soll der Rauchmelder Alarm geschlagen haben. Das „Wall Street Journal“ berichtete am Freitag (Ortszeit), die automatischen Warnsignale hätten Rauch in der Nähe des Cockpits sowie ein mögliches Problem mit dem Flugkontrollsystem gemeldet.

Die Signale hätten gewarnt, dass das Flugkontrollsystem nicht richtig funktioniere. Das „Wall Street Journal“ berief sich bei ihrer Darstellung auf mit den Ermittlungen vertraute Kreise. Der US-Nachrichtensender CNN berichtete unter Berufung auf ägyptische Flugdaten ebenfalls von dem Rauchalarm.

Die Warnsignale wurden den Angaben zufolge automatisch Donnerstagfrüh um 02.26 Uhr abgesetzt, kurz danach verschwand der Airbus mit 66 Menschen an Bord von den Radarschirmen. Die Signale hätten Rauch im Vorderteil des Flugzeugs gemeldet - vor allem in der dortigen Toilette und in einem Geräteraum unterhalb des Cockpits, in dem wichtige Geräte für die Bordelektronik untergebracht seien.

Ein Vertreter des ägyptischen Luftfahrtministeriums sagte zu den Berichten, diese würden derzeit überprüft. „Im Moment kann ich sie weder dementieren noch bestätigen.“ Die Regierung in Kairo hatte zuvor einen Terroranschlag für wahrscheinlicher gehalten als ein technisches Problem. Auch Luftfahrtexperten äußerten die Möglichkeit einer Explosion, weil der Crew offenbar keine Zeit blieb, einen Notruf abzusetzen.

Der EgyptAir-Flug MS804 war mit 66 Menschen an Bord auf dem Weg von Paris nach Kairo, als die Maschine am in der Nacht auf Donnerstag zwischen der griechischen Insel Karpathos und dem ägyptischen Festland vom Radar verschwand. Einen Tag nach dem Unglück entdeckte das ägyptische Militär am Freitag erste Trümmerteile sowie den Teil einer Leiche im Mittelmeer. Nach Angaben des ägyptischen Militärs wurden die Gegenstände rund 290 Kilometer nördlich der ägyptischen Küstenstadt Alexandria im Wasser entdeckt.

Zu einem Anschlag auf den Egyptair-Flug MS804 bekannte sich auch mehr als 24 Stunden nach dem Unglück niemand. Zudem waren auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle aufgrund der bevorstehenden Fußball-EM sowie der weiterhin geltenden höchsten Terrorwarnstufe die Sicherheitsvorkehrungen besonders hoch.

Unterdessen änderte Egyptair die Flugnummer der Strecke Kairo-Paris, wie es aus Kreisen der Flughafenverwaltung in Kairo hieß. Statt wie bisher MS804 solle die Verbindung das Kürzel MS802 erhalten. Das Ändern von Flugnummern nach Unglücken ist üblich. Fluglinien wollen nicht, dass Fluggäste an eine zurückliegende Katastrophe erinnert werden.