Kosovarisches Verfassungsgericht entschied zugunsten von Kloster

Prishtina (Pristina) (APA) - Das kosovarische Verfassungsgericht hat in einem langjährigen juristischen Streit um den Besitz von 24 Hektar A...

Prishtina (Pristina) (APA) - Das kosovarische Verfassungsgericht hat in einem langjährigen juristischen Streit um den Besitz von 24 Hektar Ackerland nun zugunsten des serbisch-orthodoxen Klosters Decani entschlossen. Eigentlich bestätigte das Verfassungsgericht damit nur ein vor vier Jahren gefälltes, stark umstrittenes Urteil des Obersten Gerichtes.

Das umstrittene Ackerland war nach dem Zweiten Weltkrieg von den damaligen jugoslawischen kommunistischen Behörden beschlagnahmt worden und war einem lokalen staatlichen Agrarunternehmen zugefallen. Unter dem Regime von Slobodan Milosevic hatte die serbisch-orthodoxe Kirche 1997 ihr früheres Ackerland zurückbekommen. Nach dem Kosovo-Krieg (1998-99) wurde von lokalen Behörden die Rückerstattung des Ackerlandes vor Gericht angefochten.

Das serbisch-orthodoxe Bistum von Raska und Prizren (für Südserbien und den Kosovo zuständig) begrüßte am heutigen Samstag die Entscheidung des Verfassungsgerichtes. Sie würde eine „bedeutende Ermutigung“ darstellen und zeigen, dass es im Kosovo möglich sei, die Rechte und lebenswichtigen Interessen zu schützen.

Das Kloster Decani befindet sich auf der UNESCO-Weltkulturerbe-Liste und ist nicht nur für den Kosovo, sondern auch die kleine, dort lebende serbische Volksgruppe von Bedeutung. Belgrad, das die Unabhängigkeit seiner früheren Provinz nicht anerkennen will, betrachtet das Kloster als sein Kulturgut.