Amoklauf - Täter wollte wohl „möglichst großes Zeichen setzen“

Wien (APA) - Auch wenn es zu früh ist, über eindeutige Motive für den Amoklauf eines 27-Jährigen bei einem Konzert Nenzing in Vorarlberg zu ...

Wien (APA) - Auch wenn es zu früh ist, über eindeutige Motive für den Amoklauf eines 27-Jährigen bei einem Konzert Nenzing in Vorarlberg zu spekulieren, wollte der Mann mit seiner Tat wohl „ein möglichst großes Zeichen setzen“. Amokläufern gehe es bei ihren Gewaltdelikten „um alles“, sagte Psychologe Cornel Binder-Krieglstein zur APA. Der eigene Selbstmord wird dabei oft miteingeplant.

„Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder der Täter handelt im Affekt gehandelt oder die Tat war geplant“, sagte Binder-Krieglstein. Besonders Aufsehen erregende Amokläufe wie etwa bei der Premiere eines „Batman“-Films, bei der ein 24-Jähriger in einem Kino der Stadt Aurora bei Denver (Colorado) zwölf Menschen getötet hat, haben oft eine lange Vorgeschichte. Hier können auch psychische Erkrankungen eine Rolle spielen.

Grundsätzlich gehen Amokläufen subjektiv erlebte Kränkungen hervor. Die Täter fühlen sich gedemütigt, bis schließlich „eine Grenze überschritten wird und die Hemmschwelle fällt“, sagte der Psychologe.

Auch der Amoklauf in Nenzing dürfte nicht aus dem Nichts gekommen sein. Ungewiss ist aber, ob der Täter im Affekt gehandelt hat. Bisher gibt es noch keine Informationen darüber, ob der Verdächtige die Waffe stets in seinem Auto hatte oder speziell zu dem Treffen mitgenommen hat. Besonders nach Taten, die im Affekt begangen werden, folgen Diskussionen um den privaten Besitz von Waffen.

Dass die Lebensgefährtin unverletzt blieb, ist für Binder-Krieglstein nicht überraschend. „Es ging ihm darum, ein möglichst großes Zeichen nach Außen zu setzen, das seiner inneren Kränkung entspricht“, meinte der Psychologe. Der Selbstmord ist da nur folgerichtig: „Es ging ihm um alles“.