Fußball: Medienschelte von Nürnberg-Coach Russ vor Relegationsspiel
Nürnberg (APA/dpa) - Vor dem Alles-oder-nichts-Duell gegen Eintracht Frankfurt ist Rene Weiler der Kragen geplatzt. Der Trainer des 1. FC Nü...
Nürnberg (APA/dpa) - Vor dem Alles-oder-nichts-Duell gegen Eintracht Frankfurt ist Rene Weiler der Kragen geplatzt. Der Trainer des 1. FC Nürnberg verschaffte sich vor dem Spiel um den Startplatz in der deutschen Fußball-Bundesliga Luft und kritisierte Teile der Berichterstattung im Fall Marco Russ.
„Das ist unglaublich, das ist ungeheuerlich. Das ist Verunglimpfung, das ist Rufschädigung“, schimpfte der Schweizer bei der Pressekonferenz vor dem Relegationsgipfel am Montag (20.30 Uhr/live ARD). Der Trainer von Guido Burgstaller und Georg Margreitter hatte nach dem Hinspiel den Zeitpunkt der Veröffentlichung der Erkrankung von Russ kritisiert.
„Anfänglich wurde mit der Aussage ganz normal umgegangen. ‚Kritische Worte von Weiler‘, ‚Weiler äußert sich zum Fall Russ‘. Später, weil man ja immer wieder doppeln muss, weil ja die Schlagzeilen immer noch skandalöser daherkommen müssen, war die Aussage, Weiler sagte: ‚Die Krankheit von Russ wäre eine Inszenierung‘; entspricht nullkommanull meiner Aussage.“
Bei Russ war einen Tag vor dem 1:1 ein Tumor festgestellt worden. Der Abwehrspieler lief am Donnerstag trotzdem ein und erzielte im ersten Duell zwischen dem Bundesliga-16. und dem Zweitliga-Dritten ein Eigentor. „Ich bin frustriert, ich bin schockiert; nicht die Leute müssen ob meiner Aussage schockiert sein, ich bin schockiert“, bekräftigte Weiler. „Wie da Aussagen zerpflückt werden“, das sei eine besorgniserregende Entwicklung.
Sein Goalie Raphael Schäfer hatte kurz nach Schlusspfiff sogar gemeint: „Ich glaube, wenn einer wirklich schwer krank ist, dann kann er heute kein Fußball spielen.“ Schäfer entschuldigte sich umgehend dafür, Weiler wiederum sah sich zu einer Klarstellung verpflichtet.
Russ wird diesmal fehlen. Der Verteidiger ist nach seiner zehnten Gelben Karte in dieser Saison gesperrt und wird außerdem bereits am Dienstag operiert. „Er soll sich auf seine Operation konzentrieren. Das ist jetzt das Wichtigste, dass er schnell wieder gesund wird“, erklärte Kovac, der mit seinem Team schon seit Wochen im Endspiel-Modus ist. „Wir glauben an uns“, versicherte der Trainer von Heinz Lindner.
Auf die Causa Russ wollte Kovac am Sonntag nicht mehr weiter eingehen. „Ich will das Thema nicht mehr großartig breittreten. Wir konzentrieren uns voll auf das Spiel“, sagte der Kroate. Für die Eintracht bleibt diese Gemengelage jedoch sehr belastend. Das wichtigste Spiel der vergangenen Jahre steht im Schatten eines persönlichen Schicksals. „Wenn man es auf Marco bezieht, muss man sagen: Fußball ist nur eine Nebensache. Aber für uns ist diese Nebensache sehr wichtig“, meinte Kovac.