BP-Wahl 2016

85,1 Prozent — Kaunertal will Van der Bellen in der Hofburg

Stimmungsbild kurz nach 17 Uhr im Kaunertaler "Kirchenwirt": Die erste TV-Hochrechnung entlockte den Zuschauern kaum Emotionen, aber dennoch Hoffnung auf einen Wahlsieg für Van der Bellen.
© Wenzel

Van der Bellen erzielte im Kaunertal das beste Ergebnis. Dort entfielen mit 235 der 277 der abgegebenen Stimmen (85,14 Prozent) auf den von den Grünen unterstützten Kandidaten.

Kaunertal –Mit 60 Prozent Stimmenanteil beim ersten Rennen am 24. April fuhr Alexander Van der Bellen im Kaunertal das tirolweit beste Ergebnis ein. Gestern legte das Dorf, in dem der Kandidat aufgewachsen ist, nochmals zu: Die Wähler in der kleinen Tourismusgemeinde haben ihn mit 85,1 Prozent unterstützt.

So sehr ihn der hohe Kaunertaler Stimmenanteil für Van der Bellen freute, so enttäuscht war Bürgermeister Pepi Raich am frühen Nachmittag. „Nach dem Eintreffen der ersten Ergebnisse an der BH Landeck war für mich der Fall klar: Van der Bellen wird es nicht schaffen.“

Im Laufe des Abends, bei den Wahlberichten im Fernsehen, relativierte er allerdings seine erste Einschätzung. „Die Hoffnungs stirbt zuletzt“, bemerkte er kurz nach 17 Uhr, als er die erste TV-Hochrechnung sah. Diese löste Verwunderung, Kopfschütteln, aber auch Respekt vor dem Zwischenergebnis für Van der Bellen aus. „Wir drücken ihm die Daumen, bis die Briefwahlstimmen ausgezählt sind“, sagte Raich. Die Briefwahl würden vor allem konservative Wähler nutzen. Also ein Vorteil für den Kandidaten mit den Kaunertaler Wurzeln – wird in der kleinen Beobachterrunde beim „Kirchenwirt“ diskutiert.

Auch Touristiker Charly Hafele war in dieser Runde im Wirtshaus dabei. „Die Chancen auf einen Wahlsieg sind intakt“, reagierte er auf die erste Hochrechnung. „Wenn er gewinnt, wird es eine Party mit Kaspressknödeln geben“, verspricht Hafele. Zubereiten werde er das Knödelmenü selbst.

© Wenzel

Dass der 72-jährige Kandidat seine Kindheits- und Jugendjahre im Kaunertal verbrachte hat, sei kein Nachteil, auch touristisch gesehen. Das stellte Kirchenwirt-Chef Martin Larcher fest: „In den vergangenen Wochen haben wir österreichweit eine hohe Medienpräsenz gehabt. Erste Anfragen haben wir schon. Die Leute wollen wissen, ob unser Tal ein Geheimtipp ist.“ Als Heinz Fischer die Bundespräsidentenwahl gewann, habe dieser im Kaunertal ebenfalls den höchsten Stimmenanteil bekommen. „Fischer ist dann auf Besuch gekommen, das hat uns sehr gefreut“, erinnert sich Larcher. „Ich hoffe, wir können auch Van der Bellen als Bundespräsident begrüßen.“ (hwe)

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