Wie man laufend Werte vermitteln kann

Alois Konrad hat in Wilten eine Flüchtlingslaufgruppe gestartet – und sieht sie auch als Beitrag zur Integration.

© Domanig

Innsbruck –Dieses Projekt ist im wahrsten Sinne des Wortes bestens angelaufen: Seit April zieht die Laufgruppe des Innsbruckers Alois Konrad ein bis zwei Mal pro Woche ihre Runden durch Wilten. Die Besonderheit: Alle Teilnehmer sind Asylwerber aus Afghanistan und dem Irak, die im Heim in der Grassmayrstraße leben.

„Hier kann ich als ambitionierter Hobbyläufer das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden“, erzählt Konrad. Er ist überzeugt, dass Laufen sowohl für die körperliche Gesundheit als auch für die mentale Ausgeglichenheit der Flüchtlinge wichtig ist. „Und sie sind froh über jede Abwechslung.“ Zugleich gehe es aber auch darum, den neu Angekommenen Aspekte mitzugeben, „die für uns selbstverständlich sind: Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Händeschütteln zur Begrüßung“.

Laufen als Ausdauersport sei in Ländern wie Afghanistan eher unbekannt, „am Anfang war es schwierig, das zu vermitteln“, lacht der Hobbytrainer. Dennoch sei die Idee sowohl bei der Heimleitung als auch bei den Bewohnern sehr gut angekommen. Fortschritte seien bereits erkennbar, zuletzt nahmen die Flüchtlinge erfolgreich am Innsbrucker Stadtlauf teil.

Nachdem das Asylquartier in der Grassmayrstraße durch den Neubau von derzeit rund 50 etappenweise auf bis zu 300 Personen wachsen wird, sei in Absprache mit den Tiroler Sozialen Diensten „auf all­e Fälle“ eine Ausweitung der Laufgruppe angedacht, meint Konrad. Auch eine Frauenlaufgruppe sei in Planung. Weitere Trainer in seinem Bekanntenkreis stünden bereits „abrufbereit“. (md)


Kommentieren


Schlagworte