Präsident auf Penis tätowiert: Sechs Monate Haft für Gedicht

Der verurteilte 24-Jährige wurde wieder freigelassen – er hatte die Haftstrafe bereits vor dem Urteil verbüßt.

Symbolfoto.
© TT/Thomas Böhm

Yangon – Wegen eines Gedichts über ein angebliches Präsidenten-Tattoo auf seinem Penis ist ein 24-Jähriger in Myanmar zu einer Haftstrafe verurteilt worden – wurde aber umgehend freigelassen. Zwar sei er am Dienstag zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden, vor dem Prozess habe er aber bereits sechs Monate und 19 Tage in Haft verbracht, schrieb der Verurteilte Maung Saungkha im Online-Netzwerk Facebook.

Seine Freundin Shar Yamone bestätigte seine Freilassung. Es gehe ihm gut, sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. Saungkha war festgenommen worden, weil er im November bei Facebook ein kurzes Gedicht veröffentlicht hatte. Übersetzt lautete es: „Ein Tattoo vom Präsidenten ist auf meinem Penis, meine Frau empfand Abscheu, als sie mich heiratete.“

Offen blieb dabei, ob der damalige Staatschef Thein Sein gemeint war, der im März 2011 die Macht von der bis dahin regierenden Militärjunta übernommen hatte. Er wurde mittlerweile von Htin Kyaw von der Nationalen Liga für Demokratie der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi abgelöst, die die Parlamentswahl Mitte November gewonnen hatte. Menschenrechtsgruppen werteten Saungkhas Festnahme als Teil einer letzten Kampagne von Thein Seins Regierung gegen die Meinungsfreiheit. (APA/AFP)

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