Deutsche Bank will Zahlungsverkehr in Asien ausbauen

Frankfurt (APA/Reuters) - Die Deutsche Bank will im Zahlungsverkehr und in der Handelsfinanzierung in Asien in den kommenden Jahren kräftig ...

Frankfurt (APA/Reuters) - Die Deutsche Bank will im Zahlungsverkehr und in der Handelsfinanzierung in Asien in den kommenden Jahren kräftig zulegen. Trotz der konjunkturellen Abkühlung in China und anderen Schwellenländern sei Asien für die Sparte Global Transaction Banking (GTB) die Wachstumsregion Nummer 1, sagte GTB-Chef Werner Steinmüller in einem am Mittwoch veröffentlichen Reuters-Interview.

„Innerhalb der Transaktionsbank könnte der Anteil der Erträge, die aus Asien kommen, in den nächsten Jahren von derzeit 18 Prozent auf bis zu ein Viertel steigen.“ Schon heute erwirtschafte GTB rund ein Drittel der Erträge der Deutschen Bank in der Region Asien-Pazifik.

Die Sparte zählte im vergangenen Jahr zu den wenigen Lichtblicken bei Deutschlands größtem Geldhaus. Während der Konzern einen Rekordverlust von fast 7 Mrd. Euro machte, steigerte die Transaktionsbank ihren Vorsteuergewinn um ein Viertel auf 1,4 Mrd. Euro - der beste Wert seit der Gründung des Bereichs. Die Erträge stiegen um zwölf Prozent auf 4,6 Mrd. Euro. In den kommenden Jahren peile GTB Wachstumsraten von drei bis fünf Prozent an, sagte Steinmüller. „Dieses Jahr wird allerdings durch die schwächere Wirtschaftsentwicklung in Asien und Lateinamerika belastet.“

Im Rahmen der Strategie 2020 hat Vorstandschef John Cryan die Transaktionsbank und die Investmentbank in einer Sparte zusammengefasst. „Wir erwarten, dass uns die engere Verzahnung mit der Investmentbank zu noch mehr Mandaten und Geschäft verhilft“, sagt Steinmüller. „Im Vertrieb können wir sicherlich noch mehr erreichen, wenn die Corporate-Finance-Seite auch die Produkte der Transaktionsbank positioniert.“ In Frankreich sei das in einem Fall bereits gut gelungen.

Besonders behutsam geht die Deutsche Bank bei Geschäften im Iran vor. Im Jänner wurden zahlreiche westliche Sanktionen gegen die Islamische Republik aufgehoben, andere Verbote sind aber noch in Kraft. Gerade Institute wie die Deutsche Bank und die Commerzbank, die wegen Verstößen gegen US-Sanktionen bereits zu Strafen verdonnert wurden, wollen deshalb nichts überstürzen. „Wir bleiben beim Thema Iran äußerst zurückhaltend“, sagt Steinmüller.

~ ISIN DE0005140008 WEB https://www.deutsche-bank.de/index.htm ~ APA212 2016-05-25/11:29


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