Lechtalstraßen-Ausbau: 12.000 Kubikmeter Fels abgetragen
Die Lechtalstraße zwischen Stanzach und Elmen wird weiter ausgebaut. Um die Unfallhäufigkeit zu senken, werden Kurven aufgeweitet und die Straße begradigt.
Von Simone Tschol
Elmen –Seit zwei Monaten graben sich die schweren Baumaschinen auf der Lechtalstraße unterhalb der Martinauer Brücke durch das Gelände. Auf den ersten Blick scheint es eine gewöhnliche Baustelle des Baubezirksamtes zu sein.
Nur wenige hundert Meter talaufwärts wird die Dimension des Straßenbauprojektes sichtbar. In einem Feld kurz vor Elmen erhebt sich nämlich inzwischen ein gigantischer Berg an Fels und Geröll. Der Felsabtrag sowie das Aushubmaterial werden dort vor Ort weiterverarbeitet, um sofort wieder als Straßenunterbau verwendet werden zu können.
„Bei diesem Bauprojekt werden insgesamt 12.000 Kubikmeter Fels abgetragen. In der Folge müssen die neuen Felsböschungen gesichert, die bestehenden Entwässerungseinrichtungen an den Stand der Technik angepasst, der neue Straßenoberbau hergestellt und das Tragwerk der Kapellenbachbrücke erneuert werden“, führt Wolfgang Haas, Leiter des Baubezirksamtes Reutte, aus.
Laut Tirols Straßenbaureferent LHStv. Josef Geisler dienen die Baumaßnahmen in erster Linie der Erhöhung der Verkehrssicherheit.
Der Straßenabschnitt der Lechtalstraße in Elmen gehört zu den neuralgischen Punkten, was die Unfallhäufigkeit angeht. Immer wieder hat es dort in der Vergangenheit Unfälle auch mit Personenschaden gegeben. Um diese heiklen Stellen zu entschärfen, werden die Kurven aufgeweitet, die Straße – wo es geht – begradigt. Die Fahrbahnbreite wird auf 6,5 Meter erweitert. „Dies entspricht dann dem gleichen Querschnitt wie bei der neuen Ortsdurchfahrt von Stanzach“, beschreibt Bauamtschef Haas.
Die „Gunst der Stunde“ werde auch gleich genützt, um die neue Straßenachse zwischen der Martinauer Lechbrücke und der Kapellenbachbrücke vom Lechufer abzurücken. Haas: „Die Fahrbahn hat sich in diesem Bereich mehrmals abgesenkt, da sie dort sehr nahe an der Böschung verläuft.“
Die Hauptarbeiten sollten im September, die Restarbeiten im Oktober abgeschlossen werden. Soweit möglich werde der Verkehr mittels Ampelregelung einspurig durch den Baustellenbereich geführt. „Sollte das einmal nicht gehen, wie beispielsweise bei den Asphaltierungsarbeiten, wird die Umleitung über Vorderhornbach und Martinau wieder eingerichtet“, erklärt Haas. Die Kosten des Straßenbauprojekts belaufen sich auf 1,4 Millionen Euro. „Die vergebenen Aufträge verbleiben zu nahezu 100 Prozent im Land und sichern 50 Arbeitsplätze im Bezirk“, weist Geisler auf die regionalwirtschaftliche Bedeutung hin.