Mobile Hennensteigen wurden zum Zankapfel

Aufregung in Obsteig-Wald: Anrainer beklagen in einer Petition eine Hühnerhaltung. Die Behörden orten keine Probleme mit der Anlage.

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Glückliche Freilandhühner? Der Obsteiger Hendlbauer Alexander Schaber ist davon überzeugt.
© Paschinger

Von Alexander Paschinger

Obsteig –Der Hühnerstall mit 2000 Hennen, den der heute 22-jährige Alexander Schaber vor zwei Jahren im Obsteiger Weiler Wald aufstellen wollte, war am Widerstand der Anrainer gescheitert. Eine Petition mit Unterschriften aus dem Weiler wurde gesammelt. Seinen Traum als „Hendlbauer“ machte er im Vorjahr dennoch wahr: mit vier mobilen Steigen mit rund 900 Hennen. Dafür brauchte er weder Bauverhandlung noch Widmung. Doch die Gegnerschaft reißt nicht ab: Gabi Majerus und Sidi Düldül verweisen auf „90 bis 95 Prozent der Personen in Wald“, die eine neuerliche Petition unterstützen. „Uns geht es nicht nur um den Gestank, sondern um die Gesundheit.“ Hühner seien nämlich Träger verschiedenster gefährlicher Keime. Auch die Bauern in Wald würden ein Übergreifen auf ihre Kühe fürchten. Außerdem bezweifeln sie allgemein eine gute Haltung der Tiere durch den Jungbauern.

Alexander Schaber, übrigens Sohn des Altbürgermeisters und nunmehrigen Juristen am Landesverwaltungsgericht, Gerald Schaber, kann die Aufregung nicht verstehen: „Was stinkt hier? Ich habe Ventilatoren eingebaut und wechsle auch immer wieder die Standorte meiner mobilen Hennenställe.“

Behördlich sei die Sachlag­e auch abgeklärt. Die Bezirkshauptmannschaft Imst beschäftigte sich mit der Sachverhaltsdarstellung der Nachbarn. Außerdem habe er nicht vor, die Anzahl der Tiere aufzustocken. „Das ist sicher keine intensive Tierhaltung, wie behauptet wird“, betont Gerald Schaber. Die beginn­e erst bei mindestens 4000 Lege­hennen. „Ich kann mich nicht erinnern, dass ein Fall so umfassend geprüft wurd­e“, sagt Gerald Schaber. Sogar der Volksanwalt habe sich der letztlich positiven Stellungnahme der Bezirkshauptmannschaft angeschlossen.

„Stimmt nicht ganz“, sagen die Anrainer. „Er hat empfohlen, sich auf einen anderen Standort zu einigen“, so Düldül. Die Nachbarn verstehen nicht, „warum es hier keine Auflagen gibt. Bei anderen Hennenfarmen müssen Abstände eingehalten werden und hohe Abzugsschlote gebaut werden“, so Majerus.

Bürgermeister Hermann Föger meint, dass Schaber hier „eine Gesetzeslücke“ gefunden habe. „Rechtlich ist alles okay. Da kann man nichts machen, außer wenn es zu gesundheitlichen Schäden käm­e“, fasst er seine Informationen aus der Imster Behörde zusammen. „Ein Großbetrieb passt sicher nicht hierher“, betont der Bürgermeister, „aber ein solcher fängt gesetzlich bei 30.000 Stück an.“ Der Ort, meint Föger weiter, vertrage aber sicher nur eine tiefere Obergrenze: „Liegt sie bei 1000 oder 2000 Hennen? – Das ist hier die Frage.“

Drei kleine mobile Hennenställe (wie hier) und ein großer sorgen im Weiler Wald für Aufregung. Anrainer fürchten um ihre Gesundheit.
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