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Staatskünstler wollen ORF umkrempeln

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Die Staatskünstler streben die Eroberung des Küniglbergs an. Im Falle eines Sieges würden sie den Stiftungsrat abschaffen. Doch davor müsste der sie wählen.

Von Christiane Fasching

Innsbruck –Kein Witz: Thomas Maurer, Florian Scheuba und Robert Palfrader, die gemeinsam das Satire-Trio „Wir Staatskünstler“ bilden, haben tatsächlich vor, bei der Wahl zum ORF-Generaldirektor anzutreten. Während Scheuba den amtierenden Küniglberg-Chef Alexander Wrabetz beerben möchte, wollen sich Palfrader als Finanzdirektor und Maurer als Programmdirektor positionieren. Diese ambitionierten Pläne hatten die drei am Dienstag in der aktuellen Ausgabe von „Wir Staatskünstler“ präsentiert – und damit gut gemachte Satire vermuten lassen. Gegenüber dem Kurie­r erklärten sie dann jedoch, dass das Vorhaben durchaus ernst gemeint sei.

Auf Nachfrage der TT bestätigte Florian Scheuba am Donnerstag nun die Küniglberg-Ambitionen der „Staatskünstler“. Scheuba: „Wir werden schauen, was möglich ist.“ Konkret müssten die drei vor Ende der Bewerbungsfrist am 28. Juli von einem der 35 Stiftungsrats-Mitglieder zu einem Hearing eingeladen werden, wo sie dann ihr Programm präsentieren könnten. Die Hoffnung, dass der unabhängige Stiftungsrat Hans Peter Haselsteiner diese Einladung aussprechen wird, müssen die „Staatskünstler“ allerdings aufgeben. Während sich Haselsteiner in der Sendung dem Trio gegenüber sehr wohlwollend zeigte, meinte er gestern auf Nachfrage der TT: „Belassen wir es bei der Satire.“

Keineswegs satirisch will Scheuba indes den ORF-Rettungsplan der „Staatskünstler“ verstanden wissen. Dieser sieht vor, die GIS-Gebühren fortan zur Gänze in das ORF-Programm fließen zu lassen. Bislang versickerte ein erklecklicher Teil in Form von Länderabgaben in den Bundesländern. „Jährlich gehen dem ORF damit 135 Millionen Eur­o verloren: Mit diesem Geld könnte man jede Menge heimische Filme und Serien produzieren“, sagt Scheuba und kommt zu Punkt zwei: „Anstatt US-Importe abzuspielen, sollte der ORF heimische Produktionen fördern und damit die Identität des Senders stärken.“ Punkt drei ist wohl der am schwierigsten umzusetzende, zielt er doch auf die Entpolitisierung des öster­reichischen Rundfunks ab. „Das wird aber nicht ganz leicht“, sagt Scheuba schmunzelnd. „Um den ORF zu entpolitisieren, müsste man nämlich den Stiftungsrat abschaffen – aber der müsste uns ja davor erst einmal wählen.“