IS - US-Streitkräfte setzen erstmals Hubschrauber im Irak ein

Washington/New York (APA/AFP) - Die USA haben erstmals Kampfhubschrauber gegen die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) im Irak eingeset...

Washington/New York (APA/AFP) - Die USA haben erstmals Kampfhubschrauber gegen die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) im Irak eingesetzt. Wie das US-Verteidigungsministerium am Montag in Washington mitteilte, kamen die Apache-Helikopter zum ersten Mal am Sonntag im nordirakischen Tigris-Tal gegen den IS zum Einsatz.

Dieser Angriff sei mit der irakischen Regierung abgestimmt gewesen, sagte Pentagon-Sprecher Christopher Sherwood.

US-Verteidigungsminister Ashton Carter hatte bereits im Dezember angeboten, im Irak stationierte Apache-Hubschrauber gegen den IS einzusetzen, Bagdad nahm das Angebot jedoch erst jetzt an. Nach Angaben aus US-Regierungskreisen hatte die irakische Regierung befürchtet, die Schiiten im Land zu verärgern, die jegliche Präsenz von US-Truppen im Land ablehnen. Die eingesetzten Apache-Hubschrauber befinden sich im Irak für den Schutz von US-Soldaten, die irakische Soldaten ausbilden.

Das US-Militär hatte bisher im Irak sowie im Nachbarland Syrien Flugzeuge gegen IS-Stellungen eingesetzt. Die USA führen eine internationale Militärkoalition an, die mit Luftangriffen örtliche Bodentruppen im Kampf gegen die Jihadistenmiliz unterstützt.

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Besonders hart umkämpft ist derzeit die am Euphrat gelegene irakische Stadt Falluja. Die irakische Armee hatte Ende Mai eine groß angelegte Offensive gestartet, um die seit Jänner 2014 vom IS kontrollierte Stadt zurückzuerobern.

Nach UN-Angaben vom Montag flohen allein „in den vergangenen Tagen“ mehr als 7.000 Zivilisten vor den Kämpfen über einen von der irakischen Armee eingerichteten Korridor. Weitere 50.000 Zivilisten seien aber vermutlich noch in Falluja eingeschlossen, sagte die UN-Koordinatorin für humanitäre Hilfe, Lise Grande, per Videoschaltung von Bagdad aus. Ihnen fehle es an Nahrungsmitteln. Außerdem gebe es Angaben, wonach der IS Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbrauche. Der UN-Vertreterin zufolge ist ein zweiter humanitärer Korridor in Vorbereitung.

Acht Flüchtlingslager, die außerhalb von Falluja eingerichtet wurden, sind laut Grande bereits voll. Weitere Lager sollten gebaut werden. Grande beklagte, dass es den Vereinten Nationen an Geld mangele, um die Flüchtlinge angemessen zu versorgen. Nach ihren Angaben fehlen 60 Millionen Dollar (53 Millionen Euro).


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