Deutscher Entführungsfall Herrmann wieder vor Gericht

Augsburg (APA/dpa) - Das Landgericht Augsburg beschäftigt sich in einem neuen Verfahren wieder mit der Entführung der kleinen Ursula Herrman...

Augsburg (APA/dpa) - Das Landgericht Augsburg beschäftigt sich in einem neuen Verfahren wieder mit der Entführung der kleinen Ursula Herrmann vor 35 Jahren. Die Zehnjährige war 1981 am Ammersee entführt und in eine vergrabene Kiste gesperrt worden, in der das Mädchen binnen Stunden erstickte. Seit Donnerstag verhandelt eine Zivilkammer eine Klage von Ursulas Bruder Michael Herrmann.

Dieser verlangt von dem zu lebenslanger Haft verurteilten Täter 20.000 Euro Schmerzensgeld. Zu Beginn des Verfahrens scheiterte ein Einigungsversuch des Gerichts, beide Seiten lehnten diesen ab. Dann begann die Hauptverhandlung, in der das Gericht Herrmann zu seinen gesundheitlichen Beeinträchtigungen befragte. Der 52-Jährige macht geltend, dass er durch den Prozess gegen den heute 66 Jahre alten Täter einen Tinnitus erlitten habe, der ihn als Musiker und Lehrer sehr beeinträchtige.

Der Fall Herrmann zählt zu den bekanntesten Kriminalfällen in Deutschland. Der Erpresser, der damals einen Millionenbetrag als Lösegeld von Herrmanns Eltern verlangt hatte, war erst im Jahr 2010 in Augsburg nach einem langwierigen Indizienprozess wegen erpresserischen Menschenraubs verurteilt worden. Er bestreitet bis heute, dass er das Mädchen entführt hat. Kläger Herrmann hofft, dass nun auch noch ungeklärte Fragen des Kriminalfalls geklärt werden.

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