Orlando-Attentäter schickte während Tat SMS an Ehefrau

Der US-Sender CNN berichtet, dass der Attentäter während der Geiselnahme in dem Schwulen-Club „Pulse“ mit seiner Ehefrau in Kontakt stand.

Vor dem Nachtclub "Pulse" bauten die Ermittler ein mobiles Einsatzkommando auf.
© Reuters/Jim Young

Orlando – Die Ermittlungen zum Anschlag von Orlando konzentrieren sich zunehmend auf die Frau des Attentäters. Diese soll während des Anschlags mit ihrem Mann per SMS kommuniziert haben, wie der US-Fernsehsender CNN am Freitag unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete.

Demnach schickte der Attentäter Omar Mateen am Sonntag gegen 4 Uhr nachts, also zwei Stunden nach Beginn seines Angriffs auf den Schwulen-Club „Pulse“, eine Textnachricht an seine Ehefrau Noor Salman. Mateen hatte sich zu diesem Zeitpunkt in einer Toilette verschanzt.

In der SMS fragte Mateen laut CNN seine Frau, ob sie die Nachrichten gesehen habe. Im Verlauf des SMS-Austauschs soll sie ihm geschrieben haben, dass sie ihn liebe. Salman soll dem Bericht zufolge außerdem während des Angriffs mehrfach versucht haben, ihren Mann telefonisch zu erreichen. Offenbar rief sie auf seinem Handy an, noch bevor er ihr die erste SMS schickte.

Staatsanwaltschaft sammelt Beweise gegen Ehefrau

Laut CNN hatte Salman anscheinend zu diesem Zeitpunkt aus den Nachrichten von dem Anschlag erfahren und vermutet, dass ihr Mann der Täter sein könnte. Ob sie daraufhin auch versucht habe, die Polizei zu kontaktieren, sei unklar, hieß es in dem Bericht. Salman machte demnach gegenüber den Ermittlern widersprüchliche Angaben dazu, was sie von Mateens Plänen gewusst habe. Die Staatsanwaltschaft sammle derzeit Beweismaterial für eine mögliche Anklageerhebung gegen die Ehefrau.

Salman ist die zweite Frau des Attentäters. Laut US-Medienberichten hatte das Paar Jahr 2011 geheiratet und einen gemeinsamen dreijährigen Sohn. Die Familie lebte in Fort Pierce (Florida), zwei Autostunden Fahrt von Orlando entfernt.

Mateen, ein US-Bürger und Sohn afghanischer Einwanderer, hatte den Club mit einem Sturmgewehr und einer Handfeuerwaffe überfallen, um sich geschossen und Geiseln genommen. Nach drei Stunden stürmte die Polizei den Club. 50 Menschen wurden getötet, darunter der Attentäter in einem Schusswechsel mit der Polizei. (APA/AFP)


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