Stadt muss hohe Hürden am Talkessel-Radweg abbauen

Das größte Radwegeprojekt im Bezirk mit Kosten von 10,5 Mio. Euro stößt zwar auf Lob, doch in Landeck hängt die Umsetzung in der Warteschleife.

Ob gemütliche Rad-Touristen oder sportliche Pedalritter: Täglich frequentieren Hunderte Radfans das Stadtzentrum von Landeck. Die Kosten für den Radknoten im Talkessel liegen bei 10,5 Mio.
© Wenzel

Von Helmut Wenzel

Landeck, Zams, Pians –Das Wegenetz umfasst 11,5 Kilometer, die Trasse führt von Wiesberg über Pians, Gurnau, Landeck-Bruggen, Innparkplatz (Knoten in Richtung Obergricht bzw. Via Claudia), Bahnhof Landeck-Zams und schließlich zum Krankenhaus und weiter zur Anknüpfung in Richtung Schönwies. Die Gesamtkosten liegen bei 11,5 Mio. Euro. Der ambitionierte Talkessel-Radweg soll laut Konzept in fünf Jahresetappen gebaut werden.

Der TVB Tirol-West hat die Projektträgerschaft übernommen, wie Obmann Konrad Geiger am Montag bestätigte. Zudem sei der Verband startklar, auch bei der Kostenbeteiligung, so Geiger.

In Pians sehe er eine positive Grundstimmung zum geplanten Radweg, sagte der Obmann des Infrastruktur-Ausschusses, Thomas Pichler. „Es geht auch um die Anbindung Richtung Stanzertal und Paznaun.“ Zahlreiche Pianner würden sich einen ausgebauten Radweg nach Land-eck wünschen.

Sein Zammer Kollege, GR Andreas Grüner vom Raumordnungs- und Wirtschaftsentwicklungsausschuss, erwartet keine allzu großen Debatten um das Projekt. „Es gibt einen südlichen und einen nördlichen Radweg, beide müssen nur adaptiert werden“, so Grüner.

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Die hohen Hürden liegen in der Bezirksstadt, die mit 56 Prozent den Löwenanteil der Radwegtrasse bauen muss. Zwei Radbrücken über den Inn sollen ebenso gebaut werden wie Radservicestationen am Bahnhof und beim Reschenscheideckhaus.

Großes Thema in Landeck sind die Grundstücksablösen, aber auch die Kosten für die Stadtgemeinde. Laut Fünfjahresplan soll Landeck 183.600 Euro jährlich berappen. Für Vizebürgermeister Thomas Hittler, Obmann des Planungsausschusses, sind es die beiden Knackpunkte in der Umsetzung. „Das Projekt ist grundsätzlich zu begrüßen. Bei den Kosten haben wir allerdings noch keine Garantie über den Betrag, den Landeck zahlen muss. Da ist noch einiges unausgegoren.“ Zuerst sollten jene Abschnitte gebaut werden, die außer Streit stehen, sagte Hittler. Man habe den örtlichen Raumplaner beauftragt, das Radwege-Konzept des TVB in Richtung Machbarkeit zu überprüfen. „Mit dem Ergebnis rechnen wir in zwei bis drei Wochen“, so der Obmann.

Vordenker unter den Planern bzw. Touristikern haben bereits den nächsten Schritt im Auge – die Verknüpfung bzw. den Ausbau der bestehenden Radwege zu einem Bezirksradwegenetz.


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