Im Einsatz für den Stadtteil
Das tirolweit einzigartige Projekt „komm ent hall“ soll in der Unteren Lend Bürgerbeteiligung und Nachbarschaftshilfe fördern.
Von Michael Domanig
Hall –Den sozialen Zusammenhalt, den Austausch und die Bürgerbeteiligung im stark wachsenden Haller Stadtteil Untere Lend zu fördern: So lautet seit Juli 2014 das erklärte Ziel des Stadtteilentwicklungsprojekts „komm ent hall“, kurz für „Kommunikation und Entwicklung“. Mit seinem Ansatz, sich weniger an bestimmten Gesellschaftsgruppen, sondern am Stadtteil als „Sozialraum“ zu orientieren, sei das Projekt in Tirol bislang einzigartig, erklärt Paul Klumpner von „komm ent hall“. Quasi als Bestätigung für diese Vorreiterrolle wurde „komm ent“ kürzlich offiziell als Tiroler Agenda-21-Projekt zertifiziert: Beim 2. Stadtteilfest in der Unteren Lend überbrachte LR Johannes Tratter die Urkunde und eine Förderung über 5000 €.
„Wir wollen den Bürgern die Möglichkeit bieten, sich unkompliziert für ihren Stadtteil einzusetzen“, nennt Klumpner den zentralen Gedanken des Projekts, das vom Verein Mobile Jugendarbeit Innsbruck-Land Ost (JAM) getragen und von Stadt, Land und gemeinnützigen Wohnbauträgern finanziert wird.
Dazu zählen etwa von den Bewohnern selbst organisierte Veranstaltungen wie eben das Stadtteilfest oder der neue Bauernmarkt, der am 1. Juli mit einem Marktfest offiziell eröffnet wird. Bei Führungen können Interessierte die Untere Lend besser kennen lernen – so etwa bei einem Kräuterrundgang heute (Treffpunkt um 15 Uhr am Sportplatz Pigar, Anmeldung unter Tel. 0676/835846658). Geplant sind auch eine Hausaufgabenbetreuung für Kinder – von Bewohnern für Bewohner – oder gemütliche Grillnachmittage. Größtes Projekt in nächster Zeit sei aber der Aufbau einer Plattform für Nachbarschaftshilfe samt Schaukästen und Online-Auftritt, erzählt Klumpner.
Von den Erfahrungen in der Unteren Lend sollen auch andere profitieren: Bis Ende September entsteht ein Leitfaden, der die Arbeit von „komm ent“ auch auf kleine Landgemeinden übertragbar machen soll.