Brexit - Austritt wäre für britische Unis „klassisches Eigentor“
Wien (APA) - Ein EU-Austritts Großbritanniens wäre laut Uni-Wien-Vizerektor Heinz Faßmann für Österreichs Unis weniger dramatisch als für di...
Wien (APA) - Ein EU-Austritts Großbritanniens wäre laut Uni-Wien-Vizerektor Heinz Faßmann für Österreichs Unis weniger dramatisch als für die britischen. Es sei nachrangig, ob 600 Erasmus-Studenten ihr Auslandssemester statt an britischen an schwedischen oder dänischen Unis verbrächten. „Ein Brexit wäre vielmehr für Großbritannien ein klassisches Eigentor“, sagt er im Newsletter der Universitätenkonferenz.
Immerhin würden ausländische Studierende in Großbritannien mit ihren Studiengebühren die Unis wesentlich mitfinanzieren. Werde ihnen der Studienaufenthalt bürokratisch erschwert, würden sie vielleicht gleich in die USA gehen, so Faßmann. „Vor allem für die kleineren Universitäten ohne klingenden Namen wäre der britische EU-Austritt ein Risiko. Diesen Universitäten würde es schwerer fallen, internationale Studierende, Professoren und Mitarbeiter zu rekrutieren, und sie wären von europäischen Forschungsgeldern und Forschungsnetzwerken zunehmend ausgeschlossen.“
Wesentlich nachhaltiger als die Konsequenzen für die interuniversitäre Zusammenarbeit wäre aus Sicht der Rektorin der Kunst-Uni Graz, Elisabeth Freismuth, Vorsitzende des Forums Internationales in der Universitätenkonferenz (uniko), „die symbolische und gesellschaftspolitische Dimension“ eines EU-Austritts Großbritanniens: „Ich halte es für fatal, Projekt und Vision eines - nicht nur wirtschaftlich, sondern sozial-, friedens- und gesellschaftspolitisch - vereinten Europas aufzugeben.“ Sollte der Brexit noch abgewendet werden, plädiert Faßmann zudem für einen Ausbau des Erasmus-Programmes, um mehr Menschen eine emotionale Beziehung zu Europa zu ermöglichen.