Doping: Spanische Polizei nahm Dibaba-Trainer Aden fest

Barcelona (APA/dpa) - In einer Anti-Doping-Aktion der spanischen Polizei sind der renommierte Leichtathletik-Trainer Jama Aden und ein Assis...

Barcelona (APA/dpa) - In einer Anti-Doping-Aktion der spanischen Polizei sind der renommierte Leichtathletik-Trainer Jama Aden und ein Assistent festgenommen worden. Der 53-jährige Somalier stehe im Verdacht, einigen seiner Athleten Dopingmittel beschafft zu haben, berichtete die staatliche spanische Nachrichtenagentur Efe am Montag unter Berufung auf Ermittlerkreise.

In einem Hotel in Sabadell bei Barcelona durchsuchte die Polizei die Zimmer von etwa 30 Läufern aus verschiedenen Ländern, die von Aden betreut werden. Sechs Ärzte des Leichtathletik-Weltverbandes (IAAF) unterzogen die Sportler einem Dopingtest.

Die Namen betroffener Leichtathleten wurden nicht genannt. Zu den Schützlingen von Aden soll spanischen Medienberichten zufolge die äthiopische 1.500-m-Weltrekordlerin Genzebe Dibaba gehören.

Neben ihr soll auch Mittelstreckler Ayanleh Souleiman aus Dschibuti, Hallen-Weltmeister über 1.500 Meter von 2014, von Aden betreut werden. Er hatte beim Hallen-Meeting in Stockholm im Februar mit 2:14,20 Minuten einen 1000-m-Weltrekord aufgestellt. Bei diesem Sportfest verbesserte Dibaba den Meilen-Weltrekord auf 4:13,31 Minuten.

Star-Athlet von Jama Aden ist die 25-jährige Genzebe Dibaba. Die jüngere Schwester der dreifachen Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba hat bereits sechs Weltrekorde aufgestellt. Genzebe Dibabas erster und bisher einziger Freiluft-Weltrekord war verbunden mit einer unglaublichen Zeit: Im vergangenen Jahr brach die zweifache Hallen-Weltmeisterin in Monte Carlo die 1.500-m-Bestzeit der unter Dopingverdacht stehenden Chinesin Yunxia Qu von 3:50,46 aus dem Jahr 1993 mit 3:50,07 Minuten.

Dibaba ist seit ihrem Hallen-WM-Sieg über 3.000 m im März nicht mehr gestartet. Auch Souleiman trat seit Ende März nicht mehr in Erscheinung.

Die Athleten, die im Rahmen der Polizeiaktion Dopingtests ablegen mussten, stammten laut Informationen aus Polizeikreisen aus Äthiopien, Algerien, Sudan, Jemen, Katar, Ägypten, Großbritannien und Dschibuti. Die spanische Anti-Doping-Agentur hatte die katalanische Regionalpolizei davon unterrichtet, dass der Leichtathletik-Trainer im Verdacht stehe, mit Dopingmitteln zu handeln.