Berlusconis Mitte-Rechts-Block hielt sich bei Wahlen über Wasser
Rom (APA) - Während die Fünf Sterne-Bewegung ihren Wahltriumph in Rom und Turin feiert und die Demokratische Partei (PD) um Italiens Premier...
Rom (APA) - Während die Fünf Sterne-Bewegung ihren Wahltriumph in Rom und Turin feiert und die Demokratische Partei (PD) um Italiens Premier Matteo Renzi sich die Wunden leckt, hält sich die Mitte-Rechts-Allianz um Ex-Premier Silvio Berlusconi mühevoll über Wasser. Rechtsorientierte Koalitionen setzten sich unter anderem in Städten wie Triest, Savona und Grosseto durch.
In Mailand verfehlte zwar der von Berlusconi unterstützte Bürgermeisterkandidat Stefano Parisi den Einzug in das Rathaus, der Unternehmer konnte jedoch den Vorsprung von Wahlsieger und Renzi-Kandidat Giuseppe Sala bei der Stichwahl von zehn auf drei Punkte reduzieren. „Der PD und seine Verbündeten regierten vor der Wahl in 19 Provinzhauptstädten, jetzt nur in neun“, analysierte Berlusconis Partei Forza Italia das Wahlergebnis.
Besonders stolz ist Berlusconis Partei auf den Wahlerfolg in Triest. Hier setzte sich Mitte-Rechts-Kandidat Roberto Dipiazza gegen den scheidenden Bürgermeister Roberto Cosolini durch.
In der kampanischen Stadt Benevento feierte der ehemalige Justizminister in der Regierung Berlusconi, Clemente Mastella, sein politisches Comeback. Der Spitzenpolitiker der christdemokratischen Udeur behauptete sich mit 62 Prozent der Stimmen gegen den Mitte-Links-Kandidaten Raffaele Del Vecchio. Die 39-jährige von der Forza Italia unterstützte Lega Nord-Politikerin Lucia Borgonzoni unterlag bei der Bürgermeister-Stichwahl in Bologna zwar im Duell gegen Bürgermeister Virginio Merola, eroberte jedoch überraschend 45 Prozent der Stimmen.
Berlusconi verfolgte aus seinem Zimmer in der Mailänder Klinik San Raffaele die Bürgermeister-Stichwahl am Sonntag. Der Ex-Premier war vor einer Woche einer Herzoperation unterzogen worden, er verbringt noch einige Rekonvaleszenztage in der Klinik. Seine Forza Italia befindet sich seit Berlusconis Abschied aus dem Parlament im November 2013 auf einer scheinbar endlosen Talfahrt. Die Gruppierung, die Italien jahrelang regiert hat, treibt führungslos dahin. Ein Nachfolger Berlusconis ist immer noch nicht in Sicht. Die Forza Italia bekommt immer schärfer die Konkurrenz der ausländerfeindlichen Lega Nord und deren Chefs Matteo Salvini, dem neuen starken Mann der italienischen Rechten, zu spüren.