Neuer LK-Generalsekretär für starke Rolle der Sozialpartnerschaft
Wien (APA) - Die Rolle der Landwirtschaftskammer in der Sozialpartnerschaft und die Rolle der Sozialpartnerschaft selbst schätzt der neue Ge...
Wien (APA) - Die Rolle der Landwirtschaftskammer in der Sozialpartnerschaft und die Rolle der Sozialpartnerschaft selbst schätzt der neue Generalsekretär der Bauernkammer, Josef Plank, als sehr wichtig ein. Die Landwirtschaftskammer bleibe zwar der kleine Part in der Sozialpartnerschaft, dafür aber ein für alle Lebensbereiche zentraler. Die Landwirtschaft decke lebenswichtige Bereiche für alle ab, so Plank.
„Wir sind sehr offensiv für eine Sozialpartnerschaft, die sich zum Ziel setzt, die dramatischen Herausforderungen, die wir vor uns haben, offensiv zu lösen“, sagte Plank im APA-Gespräch. Er löst den bisherigen Generalsekretär der Landwirtschaftskammer, August Astl, nach zwanzig Jahren heute im Rahmen eines Festakts an der Kammerspitze ab. Plank erklärte, dass die Sozialpartnerschaft ein riesiges Potenzial habe, sich wichtiger Themen anzunehmen, da die politische Lage immer volatiler werde. Beispielsweise die digitale Revolution und der Klimawandel seien solche Themen.
In der Sozialpartnerschaft müsse über alles geredet werden können. Dann müsse den Menschen Sicherheit vermittelt werden, dass sie mit Problemen und Instabilitäten nicht alleine gelassen werden. „Diese Stabilität - die Menschen sollen sich nicht zu Tode fürchten müssen - sollte seitens der Sozialpartner gegeben werden können. Das ist ein Grundverständnis von meiner Seite.“ Die Rolle der Sozialpartnerschaft könne eine starke sein, vor allem als Beitrag zu Problemlösungen. „Nur zu sagen, was alles nicht geht - das wird zu wenig sein.“
Der als Generalsekretär scheidende Astl wünschte sich für die Zukunft der Sozialpartnerschaft, „dass die Sozialpartner miteinander wieder mehr gesamthaft volkswirtschaftliches Denken entwickeln - im Sinne von Regionalwirtschaft und regionalen Wirtschaftskreisläufen. Speziell der ländliche Raum braucht dieses Denken in höherem Maße, als das anderswo nötig ist“. Es lohne sich, dafür zu arbeiten, was für Österreich insgesamt gut sei und was die Rolle des ländlichen Raums, der Bauern, des großen vor- und nachgelagerten Sektors, der Wald- und Forstwirtschaft sei. „Hier sollten wir unser Profil in der Sozialpartnerschaft schärfen.“ Einen Konsens sollte es in den Fragen auch mit dem gewerblichen Sektor und den Arbeitnehmervertretern geben, so Astl.
Etwas Kritik kam auf Nachfrage von Astl zur „Profilierung bei ganz bestimmten Themen“ durch die Arbeiterkammer. Dabei habe es „auf Dauer keinen Sinn, nur drauf zu schauen, ob vielleicht die Milch in Berlin billiger ist“, so Astl zu bestimmten Preisvergleichen der Arbeitnehmervertreter. „Wenn man nur nach dem Billigsten nach Europa schaut, kann man keine Volkswirtschaft betreiben.“ Die Projekte Einheitswert-neu und Einkommenssteuer-Pauschalierung habe man, „wenn man so will, gegen die Arbeiterkammer durchsetzen können“.
Die Landwirtschaftskammer (LK) selbst werde sich wie schon in der Vergangenheit auch künftig Trends folgend ändern. Zwischen den Kammern mehr Arbeitsteilung herzustellen, ist eine Zukunftsaufgabe, die bereits begonnen ist. Weiterhin werde es Einheiten mit Mindestgrößen geben, um ausreichend zu beraten. Die Spezialisierungen nähmen zu, die Fachberatung werde komplizierter, ein LK-Berater für alle Themen sei nicht mehr zeitgemäß. Hierbei wird natürlich auch das Internet immer wichtiger, was den Appell von Plank und Astl miterklärt, dass der ländliche Raum beim Breitbandausbau keinesfalls zurückfallen dürfe - „das ist nicht nur ein Thema des ländlichen Raums, sondern im Besonderen auch der Landwirtschaft“.
Der neue LK-Generalsekretär Plank wurde 1958 als Bauernsohn im niederösterreichischen Mostviertel geboren. Sein Boku-Studium der Agrarökonomik schloss er 1982 als Diplomingenieur ab. Der scheidende LK-General Astl, Bauernsohn aus dem Pinzgau in Salzburg, Jahrgang 1951, geht in Pension. Astl hat zahlreiche Koalitionsvereinbarungen zwischen der ÖVP und der SPÖ als Bauernvertreter mitverhandelt.
(Das Gespräch führten Philip Stotter/APA und Christoph Schlemmer/APA)