Fügener Bergbahn steht vor Verkauf
BM Mainusch hält Verkauf der Spieljochbahn-Anteile für die beste Lösung. Inzwischen teilt man die Ansicht auch im TVB.
Von Angela Dähling
Fügen –In Fügen und Fügenberg werden dieser Tage offenbar die Weichen für einen Verkauf der Fügener Bergbahn gestellt. Die Gemeindevorstände von Fügenberg und Fügen stimmen morgen über einen Grundsatzbeschluss ab und auch der Tourismusverband „Erste Ferienregion im Zillertal“ dürfte demnächst zu einer außerordentlichen Vollversammlung laden, bei der es um den Verkauf von TVB-Anteilen bei der Bahn geht. Der Grund, warum es pressiert: Die Finanzierung für den neuen Speicherteich steht noch nicht. „Es fehlen mindestens 2,7 Mio. Euro, die zusätzlich finanziert werden müssen“, erklärt Fügens Bürgermeister Dominik Mainusch.
Am Montag wurde der Fügenberger Gemeindevorstand und Jurist Martin Mauracher bei der ersten Aufsichtsratssitzung nach der Generalversammlung zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Die Planungsfirma AEP präsentierte das Speicherteichprojekt. Wie berichtet, kamen die Experten von AEP zu dem Schluss, dass es aufgrund des örtlichen Kleinklimas am Speicherteichstandort keine Kühltürme brauche. „Wir werden sie daher vorerst nicht einplanen, eine Nachrüstung wird aber problemlos möglich sein“, informiert BM Mainusch. Was ihn sorgt: Der Baubescheid wird laut ihm frühestens Mitte Juli eintreffen. Doch wenn nicht spätestens am 1. Juli Baustart ist, „kann ich eine Fertigstellung bis zum Winter nicht garantieren“, sagt Mainusch. Und erst wenn die Finanzierung unter Dach und Fach ist, könnten Aufträge verteilt werden. „Alles andere wäre fahrlässig“, sagt er.
Mainusch macht keinen Hehl daraus, dass er für den Verkauf des Großteils der Bahnanteile an finanzkräftige Investoren wie etwa Heinz Schultz ist. Ihm gehe es um die langfristig tourismuswirtschaftlich beste Lösung für Fügen. Emotionale Entscheidungen seien hier fehl am Platz. „Wir sind derzeit nicht konkurrenzfähig am Spieljoch. Wir sind zwar die Ersten im Tal, aber hier die Letzten“, sagt TVB-Obmann Ernst Erlebach. „Wir wollen das, was passiert, aber in der jetzigen Konstellation geht das nicht.“ Der TVB sei offen für alles. Neben Schultz und der Hochfügener Bergbahn habe auch die Familie Dengg (Hintertuxer Gletscher) Interesse bekundet. „Es sollte eine öffentliche Ausschreibung stattfinden“, meint Erlebach.
Für Mainusch ist das Investitionsprogramm des Käufers entscheidend. Bekanntlich müssen mehrere veraltete Lifte und die Zubringerbahn ausgetauscht werden. BM Josef Fankhauser aus Fügenberg will sich noch nicht positionieren, sondern die Entscheidung des Gemeindevorstands abwarten. Haupteigentümer der Fügener Bergbahn ist mit 52 % Anteilen an der GmbH und 35 % an der KG die Gemeinde Fügen.