Schweiz - Leistungsbilanzüberschuss im ersten Quartal gesunken

Bern (APA/sda) - Die Schweiz ist auch im ersten Quartal 2016 reicher geworden, allerdings ist der Leistungsbilanzüberschuss nicht mehr so gr...

Bern (APA/sda) - Die Schweiz ist auch im ersten Quartal 2016 reicher geworden, allerdings ist der Leistungsbilanzüberschuss nicht mehr so groß wie im Vorjahr. So hat die Schweiz 10 Mrd. Franken (8,8 Mrd. Euro) mehr Geld eingenommen als ausgegeben. Das sind aber 3 Milliarden weniger als im Vorjahresquartal.

Die Abnahme war vor allem auf den Warenhandel zurückzuführen, bei dem der Einnahmenüberschuss mit 8 Mrd. Franken um 2 Mrd. Franken niedriger ausfiel als in den ersten drei Monaten 2015, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Dienstag in einer Aussendung bekanntgab. Grund dafür ist, dass der Goldhandel weniger Einnahmen brachte als vor einem Jahr.

Dafür fielen die Warenexporte leicht höher aus. So konnten die Pharma- und Chemieindustrie sowie die Präzisionsinstrumente-Hersteller mehr exportieren. Auch die Ausfuhren von Bijouterie und Juwelierwaren sowie Nahrungs- und Genussmittel liefen besser. Dagegen gingen die Exporte der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie sowie der Uhrenproduzenten zurück.

Bei den Warenimporten blieben die Ausgaben auf dem Stand des Vorjahres. Und dies, obwohl die Konsumenten wegen des Ölpreiszerfalls weniger für Benzin, Diesel und Heizöl ausgeben mussten als vor einem Jahr. Auch die Ausgaben für Bijouterie- und Juwelierwaren sowie für Metalle gingen zurück.

Dafür gab es höhere Einfuhren von Fahrzeugen, Nahrungs- und Genussmitteln sowie Kleidern und Schuhen. Bei den Dienstleistungen war der Einnahmenüberschuss mit 5 Mrd. Franken beinahe stabil.

Die Primäreinkommen, die sich aus Arbeits- und Kapitaleinkommen zusammensetzen legten leicht zu. Grund dafür seien höhere Erträge aus den Kapitaleinnahmen im Ausland, insbesondere aus den Währungsreserven, schrieb die SNB.

In der Kapitalbilanz habe die Schweiz im ersten Quartal 2016 sowohl auf der Aktivseite als auch auf der Passivseite einen Nettoabbau ausgewiesen, hauptsächlich, weil die Geschäftsbanken Forderungen und Verpflichtungen im grenzüberschreitenden Interbankengeschäft reduziert hätten, hieß es weiter.

Im Auslandvermögen ging im Vergleich zum Vorquartal der Bestand der Auslandaktiven um 57 Mrd. auf 4.203 Mrd. Fr. zurück. Für diesen Rückgang seien neben den in der Kapitalbilanz ausgewiesenen Transaktionen auch Kapitalverluste aufgrund der Börsen- und Wechselkursentwicklung ausschlaggebend gewesen, schrieb die SNB. Unterdessen stiegen die Währungsreserven der SNB von 601 Mrd. auf 622 Mrd. Franken an.