Papst sendet Botschaft an Weltkongress gegen Todesstrafe in Oslo
Vatikanstadt/Oslo (APA) - Papst Franziskus hat sich in einer Videobotschaft an den derzeit in Oslo tagenden Weltkongress gegen die Todesstra...
Vatikanstadt/Oslo (APA) - Papst Franziskus hat sich in einer Videobotschaft an den derzeit in Oslo tagenden Weltkongress gegen die Todesstrafe gewandt und sich der Forderung nach einer weltweiten Ächtung von Hinrichtungen angeschlossen. Kein noch so schweres Verbrechen könne die Todesstrafe rechtfertigen, heißt es laut Kathpress in der am Dienstag vom Vatikan verbreiteten Ansprache.
Sie verstoße gegen die Unverletzlichkeit des Lebens und die Menschenwürde wie auch gegen Gottes „barmherzige Gerechtigkeit“, sagte der Papst. Franziskus kritisierte weiter, die Todesstrafe schaffe keine Gerechtigkeit für die Opfer, sondern nähre Rache. „Das Gebot ‚Du sollst nicht töten‘ hat absoluten Wert und gilt für den Unschuldigen wie den Schuldigen“, sagte der Papst. Das „unverletzliche und gottgegebene Recht auf Leben“ komme auch Verbrechern zu. Ziel jeder Bestrafung müsse die Rehabilitation des Täters sein, forderte Franziskus. „Bestrafung um ihrer selbst willen, ohne Raum für Hoffnung, ist eine Form von Folter, keine Bestrafung“, sagte er.
Die am Dienstag eröffnete dreitägige Konferenz in Oslo ist die sechste derartige Veranstaltung seit 2001. Die Veranstalter erwarteten 1.300 Teilnehmer aus mehr als 80 Ländern, darunter rund 20 Minister und 200 Diplomaten sowie Politiker, Juristen und Vertreter der Zivilgesellschaft.
Franziskus hatte sich zuletzt bei einer Juristen-Tagung im Vatikan gegen die Todesstrafe ausgesprochen. Dabei erklärte er auch frühere kirchliche Rechtfertigungsversuche für überholt, die mit der Aussicht auf ein Leben nach dem Tod argumentierten. „Die Zeiten haben sich geändert, und wir können nicht so weitermachen“, so der Papst wörtlich. Man müsse „Gott den Augenblick wählen lassen“.
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