Vereinte Nationen schlagen wegen Hungersnot im Jemen Alarm
New York (APA/AFP) - Die Vereinten Nationen haben wegen einer akuten Hungersnot im Jemen Alarm geschlagen. Im Jemen herrsche eine schwere Le...
New York (APA/AFP) - Die Vereinten Nationen haben wegen einer akuten Hungersnot im Jemen Alarm geschlagen. Im Jemen herrsche eine schwere Lebensmittelknappheit, rund sieben Millionen Menschen in dem Land seien in einer „Notlage“, erklärten das UN-Welternährungsprogramm und die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation am Dienstag.
Die Lage habe sich in dem von einem bewaffneten Konflikt gezeichneten Land im vergangenen Jahr weiter verschärft. Rund drei Millionen Kinder seien von Unterernährung bedroht, warnten die UN-Organisationen. Die akut bedrohten sieben Millionen Einwohner machen rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung aus. Für weitere sieben Millionen sei die Lage prekär. Der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe im Jemen, Jamie McGoldrick, sagte, die Zahlen zeigten das „Ausmaß der humanitären Krise“ in dem Land, die „eine der schlimmsten der Welt ist und sich weiter verschlimmert“.
Im Jemen kämpfen seit September 2014 die Truppen von Präsident Abd Rabbu Mansur Hadi gegen die schiitischen Houthi-Rebellen und andere Gruppen, die dem ehemaligen Präsidenten Ali Abdallah Saleh die Treue halten. Seit März 2015 fliegt eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe auf die Rebellen. Nach UN-Angaben wurden in dem Konflikt seit dem saudi-arabischen Eingreifen mehr als 6400 Menschen getötet.
Der UN-Sondergesandte für Jemen, Ismail Ould Cheikh Ahmed, schlug unterdessen einen Fahrplan für eine friedliche Beilegung des Konflikts im Jemen vor. Auf der Grundlage der UN-Resolution 2216 solle eine Regierung der nationalen Einheit gebildet werden, sagte der Sondergesandte in einer Stellungnahme für den UN-Sicherheitsrat, die von Kuwait nach New York übertragen wurde. In Kuwait-Stadt führte der UN-Sondergesandte seit zwei Monaten Gespräche mit den Konfliktparteien.
Die Resolution 2216 sieht einen Rückzug der Houthi-Rebellen und ihrer Verbündeten aus den Gebieten vor, die sie seit 2014 besetzt haben. Sie sollen die Hauptstadt Sanaa freigeben und ihre Waffen abgeben. Die Delegationen in Kuwait-Stadt hätten auf seine Vorschläge „positiv reagiert“, sagte der Sondergesandte. Allerdings gebe es noch keine Einigkeit über „die Abfolge der verschiedenen Schritte“. Die Regierung Jemens widersetzt sich der Bildung einer Einheitsregierung, solang die Aufständischen sich nicht zurückgezogen und ihre Waffen übergeben haben.