Fußball-EM: Bernhard Neuhold - einer der neuen starken Männer im ÖFB
Paris (APA) - Im Schatten der Fußball-EM in Frankreich laufen beim ÖFB die Vorbereitungen auf eine umfassende Umstrukturierung. Aufgrund des...
Paris (APA) - Im Schatten der Fußball-EM in Frankreich laufen beim ÖFB die Vorbereitungen auf eine umfassende Umstrukturierung. Aufgrund des Wartungserlasses des Finanzministeriums ist der Nationalverband dazu gezwungen, jene Bereiche, die der Gemeinnützigkeit eines Vereines entgegen stehen, in eine Kapitalgesellschaft auszugliedern, während der Amateur-Bereich im gemeinnützigen Verein verbleibt.
Bis 1. Jänner 2017 muss die Reform umgesetzt sein, beim ÖFB greift sie in organisatorischer Hinsicht aber schon am 1. August - einen Tag nach dem offiziellen Pensionsantritt von Generaldirektor Alfred Ludwig. Als Geschäftsführer der „ÖFB Wirtschaftsbetriebe GmbH“, wo unter anderen das Nationalteam, die U21-Auswahl, der Cup sowie sämtliche Vermarktungsaktivitäten angesiedelt sind, fungiert dann Bernhard Neuhold, derzeit Direktor für Organisation und Finanzen beim ÖFB.
In seine Verantwortung fallen ab August nicht nur das A-Team oder die U21-Auswahl, sondern auch die Abteilung Marketing, die seit 1. Mai von Michael Schmid geleitet wird. Generell zeigte sich Neuhold gegenüber der APA - Austria Presse Agentur im Zusammenhang mit seinen Vorhaben beim ÖFB zurückhaltend. „Jetzt liegt einmal der Fokus auf der EM, dann wollen wir eine Übergangsphase zur Implementierung der organisatorischen Neuausrichtung von 1. August bis 31. Dezember ordentlich über die Bühne bringen“, betonte der Niederösterreicher.
Außerdem ergänzte der Magister der Betriebswirtschaft und Absolvent der Bundesliga-Sportmanagement-Akademie: „Das Ziel ist vorderrangig, das Unternehmen ÖFB weiter so zu führen, dass es wirtschaftlich erfolgreich ist und wir Mittel erwirtschaften, um die sportliche Struktur entsprechend versorgen zu können. Wir werden vieles weiterführen, aber versuchen natürlich auch, eigene Ideen reinzubringen und Optimierungen zu schaffen.“
Damit dies gelingt, ist eine gute Zusammenarbeit mit Thomas Hollerer notwendig, der noch bis 31. Juli als Direktor der ÖFB-Rechtsabteilung fungiert und danach zum Generalsekretär des Vereins ÖFB avanciert. Diesbezüglich hat Neuhold aber keine Bedenken, ganz im Gegenteil: „Wir sind beide seit über zehn Jahren beim ÖFB, haben die letzten sieben Jahre seit der Reform in der Direktor-Position verbracht und haben ein absolut partnerschaftliches, kollegiales Verhältnis. Wir sind uns bewusst, dass wir die Umstrukturierung nur gemeinsam bewerkstelligen können.“
Neuhold und Hollerer werden einander wechselseitig vertreten und nach dem Vier-Augen-Prinzip kooperieren. Beide arbeiten künftig auch als Stellvertreter des jeweils anderen und sind in beiden ÖFB-Bereichen zeichnungsberechtigt. „Damit soll gewährleistet sein, dass nicht zwei Rechtskörper entstehen, die gegeneinander arbeiten oder miteinander existieren“, erklärte Neuhold.
Der Niederösterreicher und Hollerer teilen sich die Agenden des scheidenden Generaldirektors Ludwig, der die Geschicke des ÖFB seit 1981 in verschiedenen Positionen maßgeblich mitbestimmte. Dem baldigen Pensionisten spendete Neuhold großes Lob. „Er konnte durch seine Kontakte und langjährige Erfahrung viele Erlöse lukrieren. Der ÖFB ist unter ihm sogar in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gewachsen“, betonte der 40-Jährige.