Gesellschaft

In der Alpenschule geht jetzt der Rauch auf

Am Dienstag wurde die Firstfeier zelebriert, dann wurde der Ofen zur Alpenschule geliefert.
© Polytechnische Schule Brixen

In zehn Wochen Bauzeit haben acht Schüler des Poly in Brixen für die Schule am Berg einen Brotbackofen errichtet.

Von Harald Angerer

Westendorf, Brixen –Hoch auf dem Berg riecht es nach frisch gebackenem Brot – nein, nicht eine Bäckerei ist auf den Westendorfer Salvenberg gezogen, die Schüler der Alpenschule sind unter die Bäcker gegangen. Möglich gemacht haben das ihre „Kollegen“ aus der Polytechnischen Schule in Brixen.

Vom Betonsockel bis zum Dachstuhl wurde der Ofen von den Schülern selbst gebaut.
© Polytechnische Schule Brixen

In 50 Stunden haben sie für die Alpenschule einen Brotofen errichtet. Am Dienstagabend wurde die schwere Last nun mittels Lkw am Salvenberg angeliefert und aufgestellt. „Jetzt wird es in der Alpenschule bald auch eine Brotwerkstatt geben und die Kinder werden lernen, wie unser gutes Brot entsteht – vom Korn über den Teig bis zum Backen“, freut sich Birgit Kluibenschädl, sie ist die Geschäftsführerin der Alpenschule in Westendorf.

Für die Jugendlichen der Polytechnischen Schule sind solche Projekte eine ganz besondere Aufgabe, berichtet Direktor Walter Leitner-Hölzl. „Immer, wenn sich für uns eine solche Chance bietet, greifen wir zu“, sagt er. Insgesamt haben die acht Schüler der Holz- und Baugruppe zehn Wochen immer wieder an dem Ofen gearbeitet. Die Kosten für das Material wurden zum Großteil von Sponsoren des Poly und der Alpenschule übernommen.

Sogar im Winter wurde gearbeitet.
© Polytechnische Schule Brixen

Schon im Vorjahr konnte sich die Alpenschule über ein Projekt des Poly in Brixen freuen. Damals haben die Schüler einen Glockenstuhl gebaut. Der steht aber nicht, wie schon bei Bauernhöfen üblich, auf dem Dach, sondern auf dem Vorplatz der Alpenschule. „Die Glocke wird dann immer von den Schülern vor dem Mittagessen geläutet, das ist etwas ganz Besonderes“, erzählt Kluibenschädl. Den meisten der Schüler, die eine Woche auf der Alpenschule verbringen, sind solche bäuerlichen Bräuche nicht mehr bekannt. Sie kommen zum Teil aus Tirol, zum Teil aus ganz Österreich, und auch deutsche Schulen verbringen jeweils fünf Tage auf dem Salvenberg. Dabei wohnen die Kinder bei den Bergbauernhöfen in der Umgebung und bekommen so einen Eindruck vom bäuer­li­­chen Leben. Untertags erhalten dann die Kinder einen Einblick in die Natur.

Die Alpenschule hat heuer auch etwas zu feiern: Seit 20 Jahren gibt es diese Einrichtung, die damals vom Tourismus-Vordenker Josef Ziepl unter Mithilfe von Hans Ludwig ins Leben gerufen wurde. Die Grundidee war es, den Kindern die Natur näherzubringen und gleichzeitig den Bergbauern eine zusätzliche Einnahmequelle zu bieten. Gefeiert wird im Rahmen der Salvenbergroas am 10. Juli.

Seit Dienstagabend steht der Brotbackofen nun an seinem Platz neben dem Eingang der Alpenschule.
© Polytechnische Schule Brixen

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