Deutsches Kartellamt will Internetriesen genau auf die Finger schauen
Bonn (APA/Reuters/dpa) - Das deutsche Bundeskartellamt will große Internetkonzerne stärker ins Visier nehmen. Es sei eine Kernaufgabe der Be...
Bonn (APA/Reuters/dpa) - Das deutsche Bundeskartellamt will große Internetkonzerne stärker ins Visier nehmen. Es sei eine Kernaufgabe der Behörde, „missbräuchliche Verhaltensweisen der großen Player schnell und konsequent zu verfolgen, um so die Märkte für neue Geschäftsmodelle offen zu halten“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt am Mittwoch in Bonn.
Die Wettbewerbspolitik werde durch neue digitale Geschäftsmodelle vor neue Aufgaben gestellt. Um diese zu bewältigen, habe die Kartellbehörde eigens eine Arbeitsgruppe eingerichtet.
Die deutschen Wettbewerbshüter gehen zudem bereits gegen Internet-Riesen vor. Im März hatten sie etwa ein Verfahren gegen Facebook eingeleitet. Die Behörde geht dem Verdacht nach, dass der US-Konzern durch etwaige Verstöße gegen Datenschutzvorschriften eine mögliche marktbeherrschende Stellung missbraucht. Aber auch gegen Amazon ermitteln die Kartellwächter.
Im ersten Halbjahr hat das deutsche Kartellamt sagte Bußgelder wegen verbotener Preisabsprachen verhängt - 99 Mio. Euro an Strafe mussten Unternehmen zahlen. Die Kartellverfolgung bleibe ein Schwerpunkt der Arbeit der Wettbewerbsbehörde, erklärte Mundt.
Unter anderem seien die Ermittlungen gegen die Großhändler der Sanitär-, Heizungs- und Klimabranche abgeschlossen worden. Im vergangenen Jahr hatte das deutsche Kartellamt gegen 45 Unternehmen und 24 Privatpersonen über 200 Mio. Euro Bußgelder ausgesprochen. Spektakulärster Fusionsfall war im vergangenen Jahr die Übernahme im Lebensmitteleinzelhandel von Kaiser‘s Tengelmann durch Edeka, der von der Behörde untersagt wurde.