Brexit - EU-skeptische „Sun“ bringt wieder die Queen ins Spiel
London (APA) - In seiner Kampagne für einen EU-Austritt Großbritanniens hat das Boulevardblatt „The Sun“ erneut Queen Elizabeth II. ins Spie...
London (APA) - In seiner Kampagne für einen EU-Austritt Großbritanniens hat das Boulevardblatt „The Sun“ erneut Queen Elizabeth II. ins Spiel gebracht. „Queen fragt Dinnergäste: Nennt mir drei gute Gründe, in Europa zu bleiben“, titelte die Zeitung am Mittwoch. „Tut mir Leid, Madam. Es fällt uns kein einziger ein.“
Die Zeitung hatte im März massive Kritik für den Titel „Queen unterstützt Brexit“ einstecken müssen. Die britische Medienaufsicht IPSO rügte die Schlagzeile als irreführend. Sun-Chefredakteur Tony Gallagher wies die Kritik laut einem Bericht des „Guardian“ (Internetausgabe) zurück. Nach Informationen aus „einwandfreien“ Quellen habe man nämlich ohne Zweifel festgestellt, dass die Königin der Meinung sei, dass man die EU verlassen solle.
In ihrem nunmehrigen Bericht bezieht sich das Boulevardblatt auf Aussagen des Queen-Biografen Robert Lacey. „Die Queen hat keine Stimme, aber sie ist definitiv europaskeptisch“, wird Lacey in dem Bericht zitiert. Ihr gefalle die „kräftige Debatte“ über den Brexit, und sie debattiere gerne mit engen Freunden und ihrer Familie über diese Frage. „Was ich gehört habe, ist sie sehr darauf bedacht, strikt neutral zu sein.“
Die seit über sechs Jahrzehnten amtierende Monarchin, die erst kürzlich mit großem Pomp ihren 90. Geburtstag gefeiert hatte, hält sich mit politischen Aussagen in der Öffentlichkeit eisern zurück. Selbst vor dem schottischen Unabhängigkeitsreferendum vor zwei Jahren, als es um den Zerfall ihres Königreiches ging, bezog sie nicht gegen die schottischen Nationalisten Stellung.
Laceys Aussagen wurden auch vom Boulevardblatt „Daily Express“ aufgegriffen. „Sagt mir, warum wir bleiben sollten, fragt Queen ihre Abendgäste“, hieß es. Laut dem Biografen stellte die Monarchin ihre Frage „in den vergangenen Monaten in ihrem königlichen Haus in England“. An dem Abendessen sollen auch zwei Kinder der Queen, Prinz Andrew und Prinzessin Anne teilgenommen haben.