Tirol

Gletscher-Ehe ist eingereicht

Der Zusammenschluss von Pitz- und Ötztaler Gletscher
© TT/Thomas Böhm

Innsbruck – Der Zusammenschluss von Pitz- und Ötztaler Gletscher liegt nun offiziell auf dem Tisch der Behörden. Das Projekt wurde nun für d...

Innsbruck –Der Zusammenschluss von Pitz- und Ötztaler Gletscher liegt nun offiziell auf dem Tisch der Behörden. Das Projekt wurde nun für die Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht. Die Landesumweltanwaltschaft will es über das Wochenende genau studieren, die Projektwerber wollen es in Kürze vorstellen.

Neue Lifte, neue Pisten und die Erschließung des Linken Ferner Kogels auf Pitztaler Seite sind die Zutaten für hitzige Debatten. Zwischen Naturschützern und Projektwerbern und innerhalb der schwarz-grünen Koalition (siehe auch Artikel oben). Im Koalitionsübereinkommen ist lediglich von einer Überspannung der Gletscher die Rede. Die Grünen haben sich mehrfach gegen neue Pisten am Gletscher ausgesprochen. Naturschutzlandesrätin Ingrid Felipe hatte vor einem Jahr ausgeschlossen, dass im Gletschergebiet neue Pisten entstehen dürfen.

Die ÖVP machte in der Frage einen Schwenk, lehnte neue Pisten gemäß Koalitionsabkommen zuerst ab und will jetzt das Projekt „genau prüfen“. Pitz- und Ötztaler Gletscherbahnen blieben ihrer Linie treu, wie man jetzt am eingereichten Projekt schwarz auf weiß sieht: Es werde kein Cent investiert, wenn es keine neuen Pisten gebe. Touristen kämen nicht zum Lift-, sondern zum Skifahren. Das Projekt sieht mehrere neue Pisten vor.

Wie viel Millionen Euro in den Zusammenschluss fließen, wollten die Projektwerber gestern noch nicht preisgeben. Klar ist, dass das meiste Geld die Pitztaler Gletscherbahnen und damit Hans Rubatscher in die Hand nehmen werden, die Ötztaler Bergbahnen mit Jack Falkner an der Spitze sind mit von der Partie. Das Verhältnis beim Investitionsvolumen soll ungefähr 90:10 sein.

Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer sorgen weniger die Pisten. Die Stützen, Berg- und Talstationen, die Überspannung, das alles seien massive Einschnitte in die Natur, meinte er im April nach der Grobplanung. Rechtlich ist es schwer, gegen das Projekt etwas zu machen. In den Seilbahngrundsätzen legte die damalige Naturschutzlandesrätin Anna Hosp (ÖVP) die Schiene für den Zusammenschluss. Sie sah einen Korridor zwischen den Gebieten vor. Die Ausbaupläne liegen damit innerhalb der Skigebietsgrenzen. (aheu)