UNHCR-Chef: „Pakistan braucht Hilfe mit afghanischen Flüchtlingen“

Islamabad/Genf (APA/dpa) - Die Welt hat nach Ansicht des Chefs der UN-Flüchtlingsbehörde UNHCR die afghanische Flüchtlingskrise in Pakistan ...

Islamabad/Genf (APA/dpa) - Die Welt hat nach Ansicht des Chefs der UN-Flüchtlingsbehörde UNHCR die afghanische Flüchtlingskrise in Pakistan ignoriert. Auch angesichts der Flüchtlingskrise in Europa müsse Gastgeberländern wie Pakistan besser geholfen werden, sagte Filippo Grandi am Mittwoch bei einer Diskussionsveranstaltung in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad.

In Pakistan sind 1,5 Millionen Afghanen als Flüchtlinge registriert, weitere rund eine Million Afghanen leben dort ohne Papiere; viele schon seit Jahrzehnten. Politiker überlegen regelmäßig, alle Flüchtlinge auf einmal abzuschieben. In einer Woche läuft die zwischen den UN und Pakistan ausgehandelte Aufenthaltserlaubnis für alle 1,5 Millionen registrierten Flüchtlinge wieder einmal aus. Grandi betonte, dass eine solche Zwangsabschiebung aller Afghanen in Afghanistan eine Sicherheitskrise auslösen würde.

Der Minister für Grenzregionen, Abdul Qadir Baloch, sagte, die Welt müsse mehr tun. Die Gebergemeinschaft hätte Pakistan für drei Jahre mehr als 500 Millionen Euro versprochen, gekommen seien aber nur 150 Millionen. Wenn es nicht mehr Hilfe gebe, würden mehr Afghanen nach Europa fliehen, „denn die Stimmung bei uns ist nicht gut“.

Menschenrechtsaktivisten werfen der Regierung vor, Flüchtlinge zum Sündenbock für Pakistans Sicherheitsprobleme zu machen. Am Montag hatte Außenberater Sartaj Aziz Flüchtlingslager als „sichere Häfen für Terroristen“ bezeichnet.

~ WEB http://www.unhcr.org ~ APA528 2016-06-22/17:46